Ballett- und Opernhäuser attackieren Timothée Chalamet wegen „Interessiert doch keinen“-Kommentar
Ballett- und Opernhäuser weltweit schlagen zurück, nachdem Timothée Chalamet die Kunstformen bei einer Veranstaltung mit Matthew McConaughey abgekanzelt hat.
Ballett- und Opernhäuser aus aller Welt haben Timothée Chalamet ins Visier genommen, nachdem der Schauspieler die Kunstformen in einem Interview wenig schmeichelhaft kommentiert hatte.
Im Februar setzten sich Chalamet und Matthew McConaughey für eine von „Variety“ und CNN produzierte Town-Hall-Veranstaltung in Austin, Texas zusammen, um über ihr Handwerk zu sprechen. Als die Rede auf die schwindende Aufmerksamkeitsspanne des Publikums kam, sagte Chalamet: „Ich will nicht im Ballett oder in der Oper arbeiten. Bei Dingen, bei denen es heißt: ‚Hey, haltet das am Leben, auch wenn sich keiner mehr dafür interessiert.’“
Chalamet merkte rasch, wie abwertend sein Kommentar klingen könnte, und fügte hinzu: „Allen Respekt vor den Ballett- und Opernleuten da draußen. Verdammt, ich hab gerade grundlos ausgeteilt.“
Reaktionen weltweit
Obwohl die Town-Hall-Veranstaltung bereits im Februar ausgestrahlt worden war, machten Chalamets Äußerungen diese Woche auf globaler Ebene wieder die Runde – und viele der bedeutendsten Opern- und Ballettinstitutionen der Welt meldeten sich zu Wort.
Die Los Angeles Opera schrieb in den sozialen Medien: „Sorry, @tchalamet. Wir würden dir Freikarten für Akhnaten anbieten, aber die Vorstellungen sind ausverkauft. Ein paar Restkarten gibt es noch – beeil dich.“
Das Londoner Royal Ballet and Opera erklärte auf Social Media: „Jeden Abend kommen im Royal Opera House Tausende Menschen zusammen – für Ballett und Oper. Für die Musik. Für das Storytelling. Und für die pure Magie des Live-Erlebnisses. Falls du deine Meinung ändern möchtest, @tchalamet: Unsere Türen stehen offen.“
Tänzerin rechnet ab
New York City Ballet-Tänzerin Megan Fairchild legte in einem auf Instagram veröffentlichten Video nach: „Timmy, mir war nicht klar, dass du ein Weltklasse-Tänzer oder Opernsänger bist, der sich schlicht gegen eine solche Karriere entschieden hat, weil Schauspielerei populärer ist. Ballett und Oper sind keine Nischenhobbys, die man wegen des Ruhms links liegen lässt.“
Fairchild fuhr fort: „Viel Glück beim Oscars-Rennen. Künstler, die andere Künstler unterstützen – das zählt. Keiner dieser Wege ist leicht, und es gibt keinen Grund, Ballett oder Oper dabei schlechtzumachen.“
Wie das „Pointe Magazine“ anmerkt, sind Chalamets Äußerungen besonders pikant angesichts der eigenen Familiengeschichte: Seine Mutter Nicole Flender studierte an der School of American Ballet und erhielt ein Tanzstipendium für Yale, später unterrichtete sie Tanz an New Yorker öffentlichen Schulen. Chalamet selbst wurde zudem kürzlich mit einer Mütze des New York City Ballet fotografiert.
Metropolitan Opera meldet sich
Die Metropolitan Opera schrieb in einem Posting, das Chalamet direkt vertaggte: „Allen Respekt vor den Opern- (und Ballett-)leuten da draußen.“