Blitz-Sprung an die Chartspitze: Die Toten Hosen triumphieren
Ein historischer Moment: Die Toten Hosen landen mit ihrem Abschiedsalbum einen Riesenerfolg. Das 13. Nummer-eins-Album ihrer Karriere – ein emotionaler Triumph für die legendäre Band.
Mit ihrem aktuellen Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“ setzen Die Toten Hosen einen vorläufigen Schlusspunkt unter ihre mehr als 40-jährige Karriere. Das vor zwei Wochen veröffentlichte Album stieg direkt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts.
Das 13. Nummer-eins-Album: Historische Gleichstand
Eine Rakete mit historischen Dimensionen: Für die Band ist es bereits das 13. Nummer-eins-Album in der von Media Control ermittelten Hitparade. Damit ziehen die Düsseldorfer Recken mit BAP von der anderen Rheinseite und Depeche Mode aus dem englischen Basildon gleich, die ebenfalls 13 Spitzenplatzierungen erreichen konnten.
Darüber hinaus verzeichnet die Platte den erfolgreichsten Chart-Einstieg eines deutschen Musikacts seit vier Jahren.
Ergänzt wird die Scheibe durch das Begleitprojekt „Alles muss raus“, auf dem Hosen-Klassiker gemeinsam mit Gästen wie Vicky Leandros, Feine Sahne Fischfilet und Marteria eine neue Lackierung bekommen haben.
Die ARD-Dokumentation: Zweifel hinter dem Erfolg
In der begleitenden ARD-Dokumentation „Die Toten Hosen – Das letzte Album“ ist zu besichtigen, dass dieser Durchmarsch keineswegs selbstverständlich war. Regisseur Eric Friedler, der die Band bereits seit Langem begleitet, durfte die neuen Hosen 24 Monate eng beobachten. Ein offenes Porträt, das auch die Zweifel und emotionalen Belastungen hinter dem voraussichtlich bald mit Gold und Platin prämierten Abschiedsalbum sichtbar macht.
Statt nostalgischer Verklärung stellt Friedlers Dokumentarfilm den Druck und die Suche nach einem würdigen Schlusspunkt ins Zentrum.
Ein mühsamer Abschied – und ein Triumph auf Umwegen
Nach dem Vorbild der Rolling Stones zu Zeiten von „Exile on Main Street“ zog die vormalige Ratinger-Hof-Truppe in einen umgebauten Bauernhof. Dort wurden Songs verworfen und Texte wieder und wieder geschreddert – ein Ringen um die Frage, wie man eine ewige Bandgeschichte würdig abschließt. „Boss“ Campino wirkt dabei wie ein Getriebener.
Dieser Kontrast macht den Erfolg von „Trink aus, wir müssen gehen!“ besonders bemerkenswert. Kein K-Pop-mäßig durchchoreografierter Triumphzug, sondern ein Farewell-Prozess der mühsamen Art. Die Platte hätte auch „Arbeit, Kraft und Selbstzweifel“ heißen können.
Die vorläufige Bilanz von „Trink aus, wir müssen gehen!“ unterstreicht die Bedeutung der Hosen für die deutsche Musiklandschaft. Gut möglich, dass die Band mit ihrem Abschied einen ihrer – oder gar den – größten kommerziellen Triumphe landet. Nicht schlecht für die alten Tage.