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Sonnenmilch-Penis auf Frauen-Schulter erregt das Netz

Es ist einer der ältesten Hüte der Werbeindustrie: Sex sells. Das gilt auch noch 2019, wenngleich die Sensibilität stark gewachsen ist, plumpe Motive, die Frauen (und natürlich auch Männer) zu Objekten der Schaulust degradieren, kritisch zu kommentieren.

Seit einigen Jahren ist der Smoothie-Hersteller True Fruits aus Bonn in diesem Segment besonders aktiv. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Plakataktionen, die alles andere als zweideutig waren. Smoothies mit Chiasamen-Anteil wurden unter dem Hashtag #samensaft verkauft und mit dem Slogan „Oralverzehr – schneller kommst du nicht zum Samengenuss“ beworben. Manche fanden es dreist und witzig – andere einfach nur peinlich und beschämend.

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Anscheinend funktioniert die explizite Sprache, die wohl vor allem männliche Kunden ansprechen soll, bestens, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die neuste Aktion für einen Sommer-Smoothie namens „Sun Creamie“ zeigt eine Frauenschulter, die anscheinend mit Sonnenmich eingecremt wurde. Geformt wurde aus der Creme allerdings eine kleine Figur – ein spritzender Penis.

True Fruits: Werbung sexistisch oder nicht?

Erwartungsgemäß gab es im Netz sofort viel Interesse an dem provokanten Bild, das tatsächlich ganz harmlos wie eine Sonnencreme-Werbung daherkommt. Ein Twitter-User schrieb: „Wie kann man solch gute Designs und originelle Produkte durch die immer wieder genutzte Sexualisierung so abwerten? Und die Zielgruppe, gebildete junge Großstädter, wird dem doch auch überdrüssig. Check es nicht (vielleicht bin ich dumm).“

True Fruits, inzwischen Gegenwind für die aufreizenden Werbegags gewöhnt, schreibt in den sozialen Netzwerken unter das Bild eine Art ironisch gemeinte Warnung: „Diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden.“ Später fügte man noch ein weiteres Bild hinzu, das en Penis auf dem Rücken eines Mannes zeigt. Natürlich ein Witz auf Kosten jener, die sich über den sexistischen Impetus aufregen.

Das Unternehmen wehrte sich zuletzt immer wieder gegen Kritik, vor allem auch, als eine Werbekampagne in Österreich, die mit Slogans wie „Noch mehr Flaschen aus dem Ausland“ auf die Angst vor Migration anspielte, auf Empörung stieß. Damals schrieb True Fruits auf Instagram: „Man wirft uns Rassismus, Sexismus oder gar die Förderung von ‘Rape Culture’ vor. Wir sind das regelmäßige Lamento einiger Zwangsempörter gewöhnt und entschuldigen uns bei allen, die davon ebenfalls zu Recht gelangweilt sind.“ Das Team wies darauf hin, dass sie auch künftig Werbung machen wollen, die „ein gewisses Maß an Intelligenz und Humor voraussetzen“ wird.



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