Donald Trump nimmt Abschied von Victor Willis der Village People

„Y.M.C.A.“ wurde ab 2020 zum Dauerhit bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen – und Willis stand von Anfang an dabei.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Der bekennende Musikkenner Donald J. Trump hat einen Nachruf auf Village-People-Mitgründer Victor Willis verfasst, der am Dienstag nach einer „kurzen, aber aggressiven Krankheit“ gestorben ist. Der 47. Präsident beschrieb Willis als fröhlichen Menschen, der es liebte, bei seinen Rallys vor der MAGA-Gemeinde aufzutreten.

„[Willis] war ein großartiger und fröhlicher Kerl, der es liebte, dass ich den Song seiner Gruppe, ‚Y.M.C.A.‘, bei meinen Rallys verwendet habe. Er wurde 30 Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung wieder zum ‚Monster‘-Hit“, schrieb Trump auf Truth Social. „Viele Sänger und Gruppen wollten bei den Rallys mitmachen, nachdem alle Besucherrekorde gebrochen wurden – die Massen waren und sind riesig – aber Victor und die Gruppe waren von Anfang an für uns da!“

Er fuhr fort: „Sie liebten die Energie, und wir liebten sie und ihren großartigen, mitreißenden Song. Wir werden an Victor denken, jedes Mal wenn ‚Y.M.C.A.‘ gespielt wird, wie heute und während der gesamten Jubiläumswoche zum Vierten Juli. Mein Beileid gilt seiner wunderbaren Familie und der Gruppe – Victor Willis wird sehr vermisst werden, Gott segne ihn!!!“

Willis und die Village People

Willis gründete die Village People 1977 gemeinsam mit den Produzenten Jacques Morali und Henri Belolo. Willis, der die Polizisten-Figur der Disco-Gruppe verkörperte, war zum Zeitpunkt seines Todes das einzige verbliebene Mitglied der Originalbesetzung.

Ihr Disco-Hit „Y.M.C.A.“ erschien 1978, und Willis ist als Co-Autor des Tracks vermerkt. Wegen der queeren Wurzeln und Themen der Band gilt „Y.M.C.A.“ für viele als „Gay Anthem“ – eine Deutung, der Willis widersprach. „Ich habe nichts dagegen, wenn Schwule es als ihre Hymne beanspruchen wollen“, sagte Willis 2025. „Mein Problem ist: Wenn jemand einen Bericht darüber schreibt und von einer ‚Gay Anthem‘ spricht, weil der Text angeblich anzügliche Inhalte hat – das stimmt einfach nicht, denn in meinen Lyrics steht nichts über Homosexualität oder schwule Handlungen im ‚Y.M.C.A.‘ Wenn ihr irgendetwas sagen wollt, dann nennt es einfach ‚Anthem‘.“

Trump begann 2020 damit, „Y.M.C.A.“ bei seinen Rallys zu spielen – ohne Genehmigung von Willis und den Village People. Willis wehrte sich zunächst gegen diese Nutzung und erwog sogar rechtliche Schritte. 2023 ließ Trump den Track erneut bei einer Veranstaltung in Mar-a-Lago spielen, während Darsteller in Kostümen der Band auftraten. Victors Frau und Anwältin Karen Willis schickte Trump eine Unterlassungserklärung, um „jede weitere unerlaubte Nutzung des Village-People-Images in Verbindung mit den Songs und seiner Kampagne (oder in seiner privaten Eigenschaft)“ zu unterbinden.

Wandel nach der Wahl 2024

Doch nach Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024 änderte Willis seine Haltung und erteilte Trump die Erlaubnis, den Song nach eigenem Ermessen zu verwenden.

„Ich bin Demokrat, er war also nicht der Kandidat, für den ich gestimmt habe“, sagte Willis. „Aber danach war es für uns so: Wer gewonnen hat, hat gewonnen – und man sollte hinter dem Präsidenten stehen, solange er nichts Falsches tut. Wir fanden, es war nur angemessen, hinter dem zu stehen, der die Präsidentschaft gewonnen hat.“

2025 trat Willis mit einer neu formierten Village-People-Besetzung gemeinsam mit Trump auf die Bühne, um am Vorabend seiner zweiten Amtseinführung „Y.M.C.A.“ zu performen. „Wir wissen, dass das nicht alle von euch gern hören werden – wir glauben jedoch, dass Musik ohne Rücksicht auf Politik gespielt werden sollte“, schrieben die Village People in den sozialen Medien. „Unser Song ‚Y.M.C.A.‘ ist eine weltweite Hymne, die dem Land hoffentlich hilft, nach einem turbulenten und gespaltenen Wahlkampf, in dem unser bevorzugter Kandidat verloren hat, wieder zusammenzufinden.“

Jaeden Pinder schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

Die Rolling Stones sind zurück! Alles über ihr neues Album „Foreign Tongues“, Ron Woods Privatarchiv und die Großtaten ihres Produzenten Andrew Watt im neuen ROLLING STONE (Ausgabe 08/26), ab 26. Juni im Handel: Hier bestellen!