„The Au Pair“: Ulmens Giftschrank-Serie spiegelt den Fernandes-Skandal
Eine unveröffentlichte Ulmen-Serie soll intime Bilder, digitale Identitäten und Ehegeheimnisse zeigen – Parallelen zum Fall Fernandes laut „Zeit" unübersehbar.
In einer unveröffentlichten Serie soll Christian Ulmen viele der Dinge, die ihm von Collien Fernandes vorgeworfen werden, als Story-Elemente verwendet haben. Das Format namens „The Au Pair“ beinhalte etwa digitale Identitäten, intime Bildwelten oder Geheimnisse innerhalb einer Ehe. Das berichtet „Die Zeit“ am Donnerstag.
Die Zeitung will Einblicke in verschiedene Drehbücher der Joyn-Serie gehabt haben, könne aber nicht explizit darüber berichten bzw. daraus zitieren, weil die Drehbücher von „The Au Pair“ im Giftschrank verschwunden sind und unter das Urheberrecht fallen.
Auch Fahri Yardim, der sich unlängst von seinem „Jerks“-Freund Christian Ulmen lossagte, sei neben Ulmen in „The Au Pair“ zu sehen.
Parallelen zum Fall Ulmen-Fernandes
Tatsächlich weisen viele der von der „Zeit“ geschilderten Storylines Parallelen zum Fall Ulmen-Fernandes auf. „The Au Pair“ ist auf Mallorca angesiedelt, in einer Welt wohlhabender deutscher Auswanderer, die sich auf der Insel ein neues Leben aufgebaut haben – auch Ulmen und Fernandes hatten diesen Schritt vor Jahren selbst vollzogen.
Im Zentrum steht ein Paar, dessen Beziehung von Abhängigkeiten und Spannungen geprägt ist. Sie arbeitet als Ärztin, er kümmert sich um die Kinder und hadert mit seinem Selbstbild. Das Gefühl, zurückgesetzt zu sein, schlägt in Frustration um, die er therapeutisch zu bewältigen versucht. Er gerät in ein Milieu, in dem Männer wohlhabenden älteren Frauen sexuelle Dienste anbieten.
Weitere Handlungsstränge führen in andere problematische Felder: Der Sohn der Familie wird online zur Zielscheibe seiner Mitschüler, während die Mutter bei einer Operation einen folgenschweren Fehler begeht.
Poröse Grenze zwischen Figur und Darsteller
Beim Lesen vieler Passagen entsteht bei den „Zeit“-Rechercheuren ein Eindruck, der bereits von „Jerks“ bekannt ist: Die Trennlinie zwischen Figur und Darsteller wirkt porös. Eine Psychologin diagnostiziere der Hauptfigur eine gestörte Wahrnehmung von Wirklichkeit und Imagination, später gestehe sie selbst zwanghaftes Lügen. Manche Details erschienen im Nachhinein irritierend präzise – etwa wenn eine Nebenfigur den Namen von Ulmens früherer Partnerin trage.
Besonders eindrücklich sei eine Szene zwischen dem Sohn Lasse und seiner Freundin: Er offenbare, intime Bilder von ihr in Online-Foren geteilt zu haben, und konfrontiere sie mit den Kommentaren Fremder. Seine Begründung verweise auf eine Dynamik, in der digitale Räume Fantasien nicht nur spiegeln, sondern verstärken.
Christian Ulmen selbst hat sich zu dem Bericht bislang nicht gemeldet.