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Veranstaltungsbranche verlangt Öffnungsperspektive und Kurzarbeitergeld bis Ende 2022


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Die Verbände des Forums Veranstaltungswirtschaft, die als Allianz der Wirtschaftsverbände der Branche fungieren, haben sich mit einem Appell an Politik und Gesellschaft gewandt. Sie erklären, dass die Zeit reif sei für einen „sofortigen Wegfall aller Beschränkungen öffentlicher Veranstaltungen“.

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Auch die kürzlich angekündigte Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, das bis Ende Juni 2022 fortgeführt werden soll, sei Branchenvertretern zufolge nicht ausreichend. Diese „müsse für den am meisten von den Corona-Eindämmungsmaßnahmen betroffenen Wirtschaftszweig mindestens bis Ende dieses Jahres gelten“. Sozialleistungen für die ausgefallenen Arbeitsstunden müssten daher auch ab Januar 2022 bis Ende des Jahres zu 100 Prozent erstattet werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass ausreichende Hilfe geleistet wird.

„Nicht nur in den meisten europäischen Nachbarstaaten, sondern auch in den Bundesländern werden die Coronaregeln zunehmend gelockert. Die Maskenpflicht wurde abgeschafft und Abstandsregeln bestehen nicht mehr. Es ist höchste Zeit, dass das nun endlich uneingeschränkt im ganzen Land geschieht“, verlangt Professor Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV). „Wir respektieren seit Beginn der Pandemie alle Eindämmungsmaßnahmen und setzen sie uneingeschränkt um. Dass es aber bisher immer noch keine verbindliche Exit-Strategie gibt, die Veranstaltern eine zuverlässige Planung ermöglicht, ist nicht weiter akzeptabel. Wir fordern die Bundesregierung auf, hier unverzüglich entsprechende Beschlüsse zu fassen.“

Branche profitiert ohnehin frühestens im Herbst 2022 von den Lockerungen

Axel Ballreich, Erster Vorsitzender der LiveMusikKommisson (Livekomm) meldete sich ebenfalls zu Wort: „Die Branche steht mit ihrer Forderung längst nicht mehr allein da. Auch eine zunehmende Zahl von Ärzten und Politikern fordert ein Ende der Eindämmungsmaßnahmen. Beschränkungen von Indoor-Veranstaltungen auf 1.000 und von Open Airs auf 10.000 Personen sind doch nun wirklich nicht mehr nachvollziehbar.“ Dass die Branche wegen langer Vorlaufzeiten ohnehin erst frühestens im Spätherbst von den Lockerungen profitieren werde, müsse den Verantwortlichen in der Politik bewusst werden.

„Es geht ja nicht nur darum, dass wir seit zwei Jahren keine wirtschaftlichen Veranstaltungen durchführen können. Unsere Kunden verlieren immer mehr das Vertrauen, dass angekündigte Veranstaltungen auch tatsächlich stattfinden“, so Timo Feuerbach, Geschäftsführer des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren (EVVC). „Das Kaufverhalten im gesamten Veranstaltungsbereich befindet sich für zukünftige Events auf einem noch nie dagewesenen Tiefstand. Es wird noch sehr lange dauern, bis die Branche sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erholt hat.“

Sonderprogramm soll die Branche unterstützen und Missbrauch von Hilfen verhindern

Die Verbände nahmen anerkennend zur Kenntnis, dass es eine Verlängerung geben werde, jedoch sei dies schlichtweg nicht ausreichend für die gebeutelte Branche. Man fordere daher bereits seit Längerem ein Sonderprogramm. Linda Residovic, Geschäftsführerin des Verbandes für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT) erklärt: „Beim Kurzarbeitergeld wissen wir natürlich, dass bereits die geplante Verlängerung nicht unumstritten ist. Durch ein Sonderprogramm ließe sich aber bei einer weiteren Verlängerung der befürchtete Missbrauch durch nicht von der Krise betroffene Wirtschaftszweige vermeiden. Das wurde bisher leider von der Regierung immer wieder abgelehnt.“

Man müsse wieder uneingeschränkt arbeiten dürfen, sonst verliere Deutschland einen bedeutenden Wirtschaftszweig, der 2019 noch zu den Top-Märkten der Welt zählte. Zudem seien erleichterte Bedingungen bei der Kurzarbeit und mehr Flexibilität der Finanzämter und der Regierung bei Steuerzahlungen und zurückgeforderten Hilfen nötig, damit die Kultur im Land eine Chance hat, nach der Pandemie wieder durchzustarten. Andernfalls könnten die finanziellen Hilfen und Bemühungen der vergangenen zwei Jahre letztlich doch noch umsonst gewesen sein.


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