Video: Tocotronic veröffentlichen Titel-Stück „Nie wieder Krieg“


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Um Mitternacht vom 9. auf den 10. Dezember haben Tocotronic das Titel-Stück ihres am 28. Januar 2022 erscheinenden Albums NIE WIEDER KRIEG veröffentlicht.

Morgen wird alles gut

In dem Lied werden Augenblicke des Abgrundes beschrieben, die zum Damaskusereignis werden. So entspringt an einem Neujahrstag, an dem „das Alte stirbt und noch nichts geboren wird“ der heroische Vorsatz, die inneren Kämpfe auf ewig einzustellen: „Nie wieder Krieg / Keine Verletzung mehr / Nie wieder Krieg / Das ist doch nicht so schwer“, heißt es im Refrain. Als dann der Mond scheint und ein Feuerwerk den Himmel verziert, orakeln die Sterne: „Sie können erleichtert sein / Man wird ihnen bald verzeihen“.

Rick McPhail, Arne Zank, Jan Müller und Dirk von Lowtzow (von links nach rechts)

Tocotronic lassen sich mit folgenden Worten zitieren: „‚Nie wieder Krieg‘ handelt von Menschen an den Kipppunkten ihres Lebens in Momenten der absoluten Verlassenheit“. Dennoch entsagt dieses Lied voller Erhabenheit dem allzu menschlichen, existenziellen Schmerz.

Das Musikvideo hat den Mut zum Pathos

Für die Regie des Musikvideos zeigt sich Maximilian Wiedenhofer verantwortlich. Darin zu sehen ist eine Frau in ihren 20ern, die durch das Brechen von Walnüssen ihre Finger blutig stößt. Am Ende wäscht sie die Hände im Waschbecken rein und reicht sie einer weiteren Frau – einer Art Abbild – als die letzten Verse des Songs erklingen: „Nie wieder Krieg / In Dir / In uns / In mir“.

Tocotronic widmen sich den Kardinalfragen der menschlichen Existenz

Nach „Jugend ohne Gott gegen Faschismus“ und dem Duett „Ich tauche auf“ ist „Nie wieder Krieg“ bereits die dritte Auskopplung aus dem dreizehnten Studioalbum von Tocotronic. Sechs der neuen Stücke wurden in den sagenumwobenen Hansa-Studios live eingesungen- und gespielt. Im Pressetext heißt es: „Passend zur Zeit wollte die Band Lieder über allgemeine Verwundbarkeit, seelische Zerrissenheit und existenzielles Ausgeliefertsein schreiben, über Einsamkeit und Angst, aber auch über Träume und Liebe“.

+++Dieser Artikel erschien zuerst bei rollingstone.de+++

Gloria Endres de Olivera