Von Prog zu Pop: Die zehn besten Alben von Genesis


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Vor kurzem begeisterten Genesis mit dem Auftakt ihrer Europa-Tournee in der Berliner Mercedes-Benz-Arena — ein Abend, der einer „Würdigung einer Lebensleistung“ gleichkam, wie ROLLING-STONE-Redakteur Sassan Niasseri über den Konzertabend schrieb. Seit ihrer Gründung 1967 haben sich Genesis nicht nur im Line-up, sondern auch musikalisch immer wieder verändert. Wir werfen einen Blick auf die verschiedenen Phasen der Band — und picken die zehn wichtigsten Alben von Genesis heraus.

„Trespass“ (1970)

„Trespass“, das zweite Genesis-Album, ist nicht nur das erste Prog-Werk der Gruppe, sondern auch eine Besonderheit im Genesis-Backkatalog: Es ist das einzige Werk mit John Mayhew am Schlagzeug, ein Jahr später stieß dann Phil Collins zur Band. Zeitgleich stieg auch Gitarrist Anthony Philipps aus der Band aus.

„Nursery Cryme“ (1971)

„Nursery Cryme“ war nicht nur für Genesis, sondern auch für die Gitarrenwelt ein Meilenstein — denn Steve Hackett praktizierte darauf die Tapping-Technik auf der Gitarre. Anstatt mit der rechten Hand ein Plektrum zu benutzen oder die Saite regulär mit dem Finger anzuschlagen, „tippt“ auch die Begleithand auf einen oder mehrere Töne auf dem Griffbrett und hat somit ganz neue Möglichkeiten. Oft wird Eddie Van Halen als Vater dieser Technik bezeichnet — historisch gesehen kam Hackett aber vor ihm!

„Foxtrot“ (1972)

Im Jahr vor „Selling England By The Pound“ veröffentlichten Genesis„ Foxtrot“. Das Herzstück der Platte: Das knapp 23-minütige Epos „Supper’s Ready“.

„Selling England By The Pound“ (1973)

Mit ihrem fünften Studioalbum „Selling England By The Pound“ schufen Genesis in der Besetzung  Peter Gabriel/Tony Banks/Steve Hackett/Mike Rutherford/Phil Collins im Jahr 1973 einen Meilenstein des Progressive Rock. Große Melodie- und Spannungsbögen, orchestrale Arrangements — und Texte, die sich auf den Weg vom Imaginativen früherer Tage hin in die Betrachtung der Jetztzeit machten.

„The Lamb Lies Down On Broadway“ (1974)

„The Lamb Lies Down On Broadway“ markiert das Ende der ersten Genesis-Inkarnation mit Peter Gabriel als Sänger. Dabei handelt es sich um ein Konzeptalbum, das die Geschichte eines Jungen namens Rael erzählt. Die Geschichte brauchte viel Platz — soviel, dass Genesis ein Doppelalbum daraus machten.

„A Trick Of The Tail“ (1976)

Nachdem Peter Gabriel die Band verlassen hatte, übernahm Phil Collins die Main Vocals. „A Trick Of The Tail“ ist das erste Zeugnis dieser neuen Besetzung — und entpuppte sich als kommerzieller Erfolg für die Band … und das, obwohl es mit vertrackten Rhythmen durchaus komplex zur Sache ging.

„… And Then There Were Three …“ (1978)

Der Name sagt alles: Da waren sie plötzlich nur noch zu dritt, Collins, Banks und Rutherford — nach Peter Gabriel war nun auch Steve Hackett ausgestiegen. Genesis wurden eingängiger, der Prog-Anteil wurde etwas weniger und das langlebige Trio-Line-up etablierte sich.

„Duke“ (1980)

„Duke“ kann als der Übergang von Genesis hin in kommerziellere Popgefilde gesehen werden. Die Band agierte mittlerweile als Trio, Collins übernahm auch den Gesang. Gemeinsam mit Mike Rutherford und Tony Banks schaffte Collins damit die erste Nummer eins in den britischen Albumcharts der Band. Aufgenommen wurde der Longplayer in den Stockholmer Polar Studios von ABBA.

„Invisible Touch“ (1986)

Als „Invisible Touch“ erschien, war Phil Collins mit seiner Solokarriere bereits  auf dem Olymp angekommen. Im Jahr zuvor war sein Album „No Jacket Required“ nicht nur in Großbritannien, sondern auch in den USA auf Platz eins gegangen, alles lief wie am Schnürchen. Musikalisch ist „Invisible Touch“ ganz der Klang-Ästhetik der 1980er-Jahre geschuldet.

„We Can’t Dance“ (1991)

„We Can’t Dance“ ist nicht das beste Genesis-Album — aber mit 18 Millionen verkauften Exemplare das erfolgreichste, noch vor „Invisible Touch“. Den Titeltrack kennt jeder, den Tanz dazu auch.