Wie Fitnessbänder und schlaue Uhren dem Smartphone auf die Pelle rücken

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Wie Fitnessbänder und schlaue Uhren dem Smartphone auf die Pelle rücken

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Ob es das Modewort des Jahres wird? Der Kunstbegriff „Wearable“, also etwa „Anziehteil“, ist in Tech-Kreisen seit Langem ein heißes Thema. Nach der letzten Consumer Electronics Show in Las Vegas verkünden nun auch die Marktforscher, das Massengeschäft sei reif für die Kleincomputer, die in Accessoires, Brillen oder Kleidung integriert sind. „Egal wo man hinschaut, Wear-ables werden 2015 überall sein“, behauptet Kolumnist Ashley Norris im „Daily Telegraph“.

Einer Analyse der Branchenplattform Techpinions.com zufolge soll der bisherige weltweite Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar mit den digitalen Helferlein steil ansteigen. Im Handel dominieren bislang Armbänder zur Sport- und Fitnesskontrolle, die Körperleistungen über Sensoren detailliert messen. Verbunden mit externer Analyse-Software gelten sie als Vorboten einer umfassenden Vernetzung menschlicher Aktivitäten. Die personalisierte App wird zum Personal Trainer der Zukunft.

Hersteller wie Fitbit und Samsung sind schon länger im Rennen, und Sony hat im vergangenen Frühjahr das SmartBand SWR10 vorgestellt. In den USA ist bereits die nächste Generation ausgeliefert. Etwa das Microsoft Band, das verschiedene Funktionen aus dem Sport- und dem Office-Bereich zusammenführt. Das anthrazitfarbene Armband misst die Bewegungen des Nutzers und ermittelt auf Basis von Gewicht, Alter und Herzfrequenz die verbrannten Kalorien. Laufstrecken können per GPS-Chip getrackt werden. Daneben lassen sich auch E-Mails vom Smartphone lesen, Anrufe und SMS werden angezeigt und können über standardisierte Textvarianten beantwortet werden.

Apple introduces Apple Watch

Die vom Hersteller mit 48 Stunden angegebene Akku-Laufzeit des Bands ist stark von der Funktionsnutzung abhängig. Später lassen sich alle Daten in der Cloud-Plattform Microsoft Health analysieren: Wie wirksam waren die Trainingsübungen? Wie lange dauert eine sinnvolle Regeneration?
Die komplexen Datensammler schöpfen ihr Potenzial aus der Smartphone-Verbindung. Das gilt vorerst auch für die Smartwatch als nächster Entwicklungsstufe. Die Samsung-Reihe Galaxy Gear etwa oder die Modelle von LG und Sony wirken wie modische Geschwister der jeweiligen Basisgeräte. Samsung bietet bereits eine Kamera am Handgelenk, doch die Bildspeicherung funktioniert schon wegen der Akku-Kapazität eher extern.

Diese Abhängigkeit hat sich mit der Apple Watch geändert, die seit April erhältlich ist. Auch hier erfolgt die Installation über das iPhone. Der digitale Assistent Siri ermöglicht es dann, Termine im Kalender einzugeben, die als Push-Nachricht auf dem Display erscheinen. Mit Apple Maps wird die Watch zum Navigationsgerät. Facebook, Twitter und Pinterest sind ebenso vorinstalliert wie Fitness-Anwendungen. Eine klassische Krone am Gehäuse übernimmt die Navigation. In einigen US-Hotelketten öffnet die schlaue Uhr nach dem Einchecken die Zimmertür. Noch sind es Gimmicks für Gadget-Freaks. Doch mit wachsendem App-Angebot werden Wearables immer mehr Funktionen der Smartphones übernehmen.

EPA/MONICA DAVEY
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