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Highlight: Ohrwurm-Liste: Das sind die größten Sommer-Hits seit 1990

Willander sieht fern: Titel hereinlassen

Sie werden eine Sendung erleben – wirklich versprochen! –, wie Sie sie noch nie im deutschen Fernsehen erlebt haben“, sagt Johannes B. Kerner. Vielleicht stimmt das sogar, vielleicht glaubt Kerner es, aber man glaubt es gerade nicht, weil er es verspricht. „Unsere größten Hits“ sind irgendwelche Hits aus 40 Jahren, nämlich den letzten 40. Angeblich wurden vor 40 Jahren die Singles-Charts erfunden, was natürlich Quatsch ist – aber Media Control gab seitdem diese Plakate heraus mit 75 Notierungen, die wie eine amtliche Statistik aussahen und die es jetzt nicht mehr gibt. So kann man auf vier Jahrzehnte zurückblicken und noch einmal Willy Brandts Kniefall zeigen, versenkbare Autoscheinwerfer, den Würstchenautomaten, die deutsche Fußballnationalmannschaft, Vader Abraham, den Zauberwürfel, eine VHS-Kassette, den Mauerfall. Thomas Hermanns kann wieder über ABBA sprechen und immer „Dancing Queen!“ rufen und zahnreich grienen. Man kann das Sommerloch füllen.

Und man braucht all die Leute nicht, die all die Hits sangen, denn jetzt werden sie von anderen Leuten gesungen, zum Beispiel von Thomas Anders, der „Love Is In The Air“ vorträgt, weil John Paul Young nicht kann, und von Uwe Ochsenknecht, der „Baby Jane“ bellt, weil Rod Stewart verhindert ist. Miroslav Nemec belfert „Flugzeuge im Bauch“, Stephanie Stumph gibt Lady Gaga mit „Poker Face“, und es ist nicht mal schlecht. Doch, es ist schlecht. Fünf Trachtenburschen in Lederhosen, die sich voXXclub nennen, exekutieren zu Ballerbeats und Gaudi-Akkordeon ein Potpourri aus Songs von ABBA und den Bee Gees, nie hat man Scheußlicheres gehört. „Danke, dass ihr den kleinen Spaß mitgemacht habt“, sagt Kerner. Annett Louisan sieht endgültig aus wie eine Frau, die eine trutschige Frau aus den 50er-Jahren spielt, und piepst patentiert „So lang’ man Träume noch leben kann“ zu angejazztem Klimperklavier, Standbass und Besenschlagzeug – sie kann das wahrscheinlich auch mit „Beat It“ oder „When Doves Cry“.

Das Angenehme an Kerner ist, dass er so mühelos schleimig sein kann, dass es als die einzig mögliche Darbietungsform erscheint. Andrea Kiewel nennt er „Chefgärtnerin“, weil sie den „ZDF-Fernsehgarten“ moderiert, und Kerner freut sich über diesen Begriff, und Kiewel freut sich auch. Es wird gezeigt, wie sie 1990 im DFF die Nachrichten verliest und „Blasmusikorchester Schwarze Pumpe“ sagt, und alle beömmeln sich über ihre Russinnen-Frisur. „Ich bin seit 30 Jahren Mutter!“, ruft Kiewel ungefragt. Auch Claudia Roth sitzt auf dem Sofa, sie erzählt wieder, dass sie die Geschicke von Ton Steine Scherben lenkte, „Schneewittchen und die sieben Scherben“ sagten sie damals.



Kritik: „Unorthodox“ auf Netflix – Kunst oder Kitsch?

FFK behandelt die Netflix-Miniserie „Unorthodox“: die Verfilmung der wahren Geschichte der Deborah Feldman, Angehörige der ultra-orthodoxen jüdischen Religionsgemeinschaft der Satmarer. Sie flüchtet aus Brooklyn und beginnt ein neues Leben in Berlin, während ihr Mann versucht, sie aus Europa zurückzuholen. Die Regie bei dem Vierteiler übernahm Maria Schrader, das Drehbuch ist von Anna Winger und Alexa Karolinski, in den Hauptrollen sind Shira Haas, Amit Rahav und Moishe Lefkovitch zu sehen. FFK-Weiterhören: „Tiger King“ „Der Schacht“, „The Mandalorian“, „Der Unsichtbare“ 1986 – das magische Kinojahr Corona-Krise: „Contagion“ und „Outbreak“ 1985: Goonies, Mad Max, McFly und Co. 1985 auf dem Prüfstand – Teil…
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