Wolfram Weimer und Mackie Messer – neuer Jazz-Sender in Berlin
„Ella Radio“ ging heute in Berlin und Brandenburg auf Sendung. Kulturstaatsminister gab den Startschuss.
Berlin ist – historisch betrachtet – eine Jazzstadt. Schließlich ist es die Heimat der Blue-Note-Gründer Alfred Lion und Francis (Frank) Wolf. Es waren in den 20er-Jahren Konzerten und Revuen an Orten wie dem Admiralspalast, dem Moka Efti oder der Scala, die ihre Leidenschaft für den Jazz entfachten. Auch Klaus Doldinger Alexander von Schlippenbach wurden hier geboren. Musiker wie Albert Mangelsdorff, Peter Brötzmann, Aki Takase, Rolf und Joachim Kühn lebten hier und prägten die Szene. Und bei den Berliner Jazztagen (seit den Achtzigern: Jazzfest Berlin) fanden legendäre Konzerte statt.
Seit heute hat die Stadt einen neuen Jazz-Radiosender. Um 12 Uhr mittags gab Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer gemeinsam mit dem künstlerischen Direktor des Jazz-Instituts Berlin Professor Paulo Morello, Senderchef Oliver Dunk und Jazz-Sängerin Martina Barta im Zig Zag Jazz Club in Schöneberg den Startschuss für „Ella Radio“. Der Sender wird von nun an auf den Frequenzen 91,0 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Potsdam) 24 Stunden Vollprogramm mit Fokus auf Jazz, Soul und Blues sendet.
Staatsminister Weimer stellte in seiner kurzen Ansprache eine biografische und emotionale Nähe zum Jazz her. Seine erste große Liebe habe er in einem Jazzclub im hessischen Gelnhausen kennengelernt und über die Weihnachtstage lief im Hause Weimer viel Diana Krall. Der Start von Radio Ella, so Weimer weiter, sei „ein tolles Signal für die kulturelle Vielfalt der Musik.“
Der erste Song, den es auf „Ella Radio“ zu hören gab, war eine Aufnahme von Ella Fitzgeralds Performance des „Dreigroschenoper“-Songs „Mack The Knife“ aus der Berliner Deutschlandhalle von 1960.