Alben

The Beach Boys 2 Stars

That’s Why God Made The Radio

VÖ: 01. Juni 2012 - EMI

The Beach Boys - Foto: EMI The Beach Boys - "That's Why God Made The Radio" "I had this dream/ Singing with my brothers/ In harmony/ Supporting each other", hat Brian Wilson 2008 auf seinem Soloalbum "That Lucky Old Sun" gesungen. Falls auch Mike Love in diesem Traum durch seinen Kopf gegeistert ist, dürfte er das mithilfe seiner Therapeuten und Medikamente verdrängt haben. Jetzt sieht er den streitsüchtigen Cousin allerdings wieder öfter, denn die Beach Boys (bzw. das, was davon übrig ist) haben sich, anders als die Rolling Stones, rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum wieder zusammengerauft, um ein neues Album aufzunehmen. Wobei Brian Wilson bei den ersten öffentlichen Auftritten noch apathischer und willenloser wirkte als bei den Reanimierungsversuchen in den Siebzigern. Eigentlich singen die Beach Boys ja schon seit dem "Smile"-Desaster um eine Leerstelle herum. Den verstorbenen Carl und Dennis Wilson ist es einige Jahre auf Alben wie "Friends", "Sunflower", "Surf’s Up" und "Holland" gelungen, die dunklen Momente des nur noch selten aufflackernden Genies zu überspielen. Auf "That’s Why Go Made The Radio" sind Überlebenden auf die Hilfe anderer angewiesen. Das Titelstück, eher eine liebevolle Pastiche als ein großer Song, hat zu großen Teilen Jim Peterik geschrieben, einst Sänger von Survivor. Die Harmonien klingen mehr nach Wilsons Tourband als nach den Originalen, vor allem Jeff Foskett, der bei den Live-Shows oft für seinen Chef einsprang, ist deutlich zu hören. Zudem sind die Stimmen von Wilson, Love und Al Jardine, Bruce Johnston und David Marks durch nachträgliche Tonhöhenkorrektur stellenweise so getrimmt, dass "That’s Why God Made The Radio" klingt wie ein nostalgischer Computer, der aus bekannten Versatzstücken (man könnte auch sagen: aus Klischees) neue Stücke zusammengesetzt. Von "good times", "beaches in mind", "a place in the sun where everyone can have fun" und der "summer love" wird gesungen. Ein trauriges ZDF-Fernsehgarten-Flair stellt sich ein, wenn man sich zu diesen simplen Liedchen fünf ältere Herren in Hawaiihemden vorstellt.

Doch gegen Ende, als man längst aufgehört hat zu hoffen, gibt es ein paar Momente, die dieses Album zumindest stellenweise über die banalen Platten erheben, die die Beach Boys in den Achtzigern und Neunzigern aufnahmen – die Reflektionen über das Altern "From There And Back Again" und "Pacific Coast Highway" etwa sind bei allem Kitsch und störendem Autotune-Nonsense anrührend, und dann erklingt dieses aus den "Smile"-Sessions vertraute psychedelische Piano, die Perkussion macht auf "Pet Sounds" und Brian Wilson singt mit brüchiger Stimme ein Lied, das er mit Jon Bon Jovi (!) schrieb: "Summer’s gone – I’m gonna sit and watch the waves/ We laugh, we cry/ We live and die/ And dream about our yesterday". Der Sommer ist endgültig vorbei. Zeit, den Strandkob zuzusperren und in die warme Stube zu gehen.

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Kommentare (9)
The Beach Boys

sorry, aber due DEUTSCHE Ausgabe kann man nicht für voll nehmen, nur ein unterirdisches Blatt der US-Edition.
Was ihr geschrieben habt, ist zwar durchaus subjektiv, aber trotzdem der reinste Bullshit.
Ich habe die Beach Boys jetzt live erlebt und das Dong klappt bestens.
Übrigens, betr. den Stimmen beim Titelsong: LIve und gar akkustisch im amerikanischen Fernsehen, eine absolute,starke Leistung und zwar ohne jegliche Einschränkung.
Ein Brian Wilson ist krank, das wissen wir, sind wir aber froh, dass es wenigsten (wie bei seinen Solo-Sachen)
ist eine seit Jahren wieder eine frohe Botschaft.
Dass er sich kaum bewegt, ist das Übrigbleibsel seiner schweren Krankheit und darüber macht man keine
geschmacklose Witze.

Mein Gott, ihr seid so typisch deutsche Miefmotzer, wie die BLÖD-Zeitung und dazu gehört ja die RS, an sich schön schändlich.
Mann sollte sich erfreuen, wenn man solche Legenden wieder erleben darf und das mit einem sehr gelungenen Album, schde gell, lieber wäre euch kein neues Album, da hättet ihr noch mehr meckern können.

THE BEACH BOYS 1961 - 2012

BRAVO Wolfgang, ich gebe Dir sowas von recht !! Du hast es auf den Punkt gebracht, ich sehe das auch so und geniesse die neue CD - und die Tournee läuft super bisher, und DAS zählt !! Ich habe schon einige sehr dumme Presseartikel zum Thema gelesen, dieser hier ist auch nicht besser. Beach Boys Forever !

Carl Regenberg, "California Saga" (the one and only German Beach Boys-Fanclub)

H.

Der Rolling Stone Schreiber hat Probleme mit seinen Ohren. Was soll's. Die CD ist gut gemacht und macht Spass ! Mein Motto nach 50 Jahre Musik aus Californien : Hab Sonne im Herzen und die Beach Boys im Ohr ........ !

@Wolfgang Brenner

Da kann ich Herrn Brenner nur voll und ganz zustimmen. Welche große Respektlosigkeit gegenüber Brian Wilson! Dieser Mann hat allen Applaus verdient, den es auf der Welt geben kann. Er hat die großartigsten Stücke der Popkultur geschrieben und vielen anderen Bands damit den Weg geebnet. Ich würde mich schämen, Herr Brüggemeyer, einen kranken aber immer noch großartigen Musiker derart darzustellen.
Zur Kritik am Album: Sicher, die Produktion ist gewöhnungsbedürftig. Aber die Songs sind toll. Besonders der Abschluss des Albums ist, wie im Artikel richtig geschrieben, aller Ehren wert. Dass die Beach Boys auf der Bühne all die Technik trotz ihres Alters nicht nötig haben, beweist das gerade erst auf der Homepage des amerikanischen RS veröffentlichte Unplugged-Kurzkonzert. An die musikalische Lebensleistung des Brian Wilson können höchstens noch die Beatles reichen, die aber auch nur Dank Pet Sounds ein Album wie Sgt. Peppers hinlegen konnten - danach kam nämlich durch die zurückgezogene Veröffentlichung von SMiLE auch nichts Höchstkreatives mehr von den Fab Four.
Also, Musik ist und bleibt Geschmackssache. Einen weniger diffamierenderen und objektiveren Artikel hätte ich mir aber schon gewünscht. Und nebenbei bemerkt, That's Why God Made The Radio grüßt bei Amazon US derzeit fröhlich winkend von Platz 1! Und da gehört es auch hin!

auch Fan, aber kritischer

Ich selbst bin ein recht großer Beach Boys-Fan, 'Pet Sounds' wird für mich immer das beste Album aller Zeiten sein, aber das neue Album ist jetzt nicht so gut wie hier manche in den Kommentaren schreiben. Eher ein Album was man mal beim bügeln oder so anhört, aber kein Vergleich mit den letzten guten Beach Boys-Alben aus den 70ern (Nach 'Love You' gings steil bergab). Für mich klingt das eher alles leicht bizarr durch die klinisch sterile Produktion. Auch finde ich es leicht befremdlich wenn um die 70jährige Männer wie kurz vor der Pupertät klingen. Brian Wilson war ein Genie, sein Songwriting ist aber nicht mehr mit dem aus den 60ern ,

Hä, wo is der Rest, dann halt noch gekürzt das Ende

... zu vergleichen. ielleicht ein Album für Menschen die gerne in Nostalgie schwelgen möchten.

Beach boys 2012

Auch ich finde die Bewertung des neuen Beach Boys Albums zu schlecht. Mir gefällt es mit jedem Hören besser.
Starke Songs sind: Isn´t it time, Sunrise over the ocean, Pacific Coast Highway, From there to bacj again. Die Songs in denen Al Jardine und Bruce Johnston Gesangspassagen haben, gefallen mir mit am besten. Die beiden klingen wirklich noch wie auf Surfs up. Bei mir erzeugt das Album auf jeden Fall ein Summerfeeling, welches bisher nur
die Beach Boys bei mir ausgelöst haben. Ich hoffe, dass das Album auf beiden Seiten des großen Teiches in die TOP 10 kommt, das gönn ich den Jungs. Mir macht die CD spass. Ein dickes Plus auch dafür, dass die CD nicht als Digipack erschienen ist und ein anständiges Booklet hat. 3 bis 4 Sterne für das Album aus meiner Sicht

Neueste CD der Beach Boys

vorneweg, ich bin mit meinen 65 jahren ein BB-Fan der allerersten Stunde, zack nicht mehr und nicht weniger.
Deshalb laufe ich nicht mit einem BB-brett vor dem Kopf rum und verschliesse auch noch die Augen was die BB betrifft.
Diese neue CD oder wegen mir auch Platte ist Durchschnitt udn weniger, also dieses Hochloben der Songs ist total daneben, wie gesagt unterster Durchschnitt. Das erzählen auch klipp und klar die Chartplazierungen, Charteintritt und sofort überall bergab und raus aus den Charts. Der einzige Song von Format ist die Neuaufnahme von "Do it again", der aus welchen Gründen auch immer nur auf der Japanpresung enthalten ist, so ein Schwachsinn. Noch nicht mal das Marketing stimmt also.
Die Kritik des Rolling Stone geht voll in Ordnung, auch wenn es dem eingefleischten BB-Fan wie mir weh tut.
Schade, die Vorfreude der Reunion war viellicht zu gross, aber wir kommen ja alle ins gewisse Alter, unabhängig von Krankheirt hin und her, hierüber muss man nicht diskutieren.

udo reuter, 65 j.

Neue CD der BB

Ja,auch ich kann den Kommentar zur aktuellen CD nicht nachvollziehen!
Dieser Herr sollte sich einmal die neueste DVD eines Konzertmitschnittes der letzten Welttour anhören.Wenn
man bedenkt,dass bis auf David Lee Marks alle 70 Jahre alt sind,kann man solchen Auftritten mit höchstem
Respekt begegnen.Natürlich ist ein Jeffrey Foskett mit seiner Falcettstimme nötig!Immerhin möchte das
Publikum Beach-Sound hören!!!
Wenn ich hingegen die Live-Auftritte der Stones höre möchte ich sie bitten aufzuhören.

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