Nine Inch Noize spielten beim Coachella ihr erstes vollständiges Set

Das Set bestand ausschließlich aus Remixen von Trent Reznors umfangreichem Katalog.

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Mit ihrem ersten vollständigen Set knüpfte Nine Inch Noize an die Mini-Sets an, die die Künstler gemeinsam jeden Abend auf der äußerst erfolgreichen Peel-It-Back-Tour des vergangenen Jahres gespielt hatten – und übertraf sie beim Coachella noch. Im Sahara-Tent tauchten sie das bereite Publikum in düstere, angstgetränkte Beats und aufgewühlten Gesang, der die älteren Millennials im Publikum Nostalgie und Katharsis zugleich erleben ließ.

Ein überraschendes Nine-Inch-Noize-Album erscheint nächste Woche, und das knappe 45-minütige Set lieferte einen Vorgeschmack auf das, was zu erwarten ist. Eröffnet wurde es mit einem Remix des 2007er Deep Cuts „Vessel“ von Nine Inch Nails, während Reznor und seine Frau Mariqueen Maandig nebeneinander im hinteren Teil eines Tunnels sangen, der in einen grauen, schaumstoffartigen Gebirgsbühnenaufbau geschnitten war.

Dieser diente als Kulisse für ein produktionsintensives Set, zu dem auch ein Dutzend Tänzerinnen und Tänzer in grauen Ganzkörperanzügen gehörten, die sie auf unheimliche Weise mit der Bühne verschmelzen ließen, wenn sie nicht gerade synchron zuckten und sich wanden.

Das gesamte Set bestand aus beat-angereicherten Remixen von Nine-Inch-Nails-Songs, darunter eine düstere, auf Sparflamme köchelnde Version von Fan-Favoriten wie „Copy of A“ sowie Ausgrabungen aus dem Backkatalog wie „Me, I’m Not.“ Weitere Höhepunkte waren „Parasite“, ein Song von Reznors und Maandigs seit Langem ruhenden Nebenprojekt How to Destroy Angels, sowie „Closer“ – der Nine-Inch-Nails-Hit, so dreckig, dass selbst Sabrina Carpenter erröten könnte, hier neu gedacht mit Slapback-Synths und knallharten Snares. Letzterer war von der eindrucksvollsten Choreografie des Abends begleitet: Eine Menschenmasse umzingelte Reznor am Ende des Songs und verschluckte ihn, lud ihn ein, sich ihrer formlosen Horde anzuschließen.

Tournee im Herbst möglich

Im vergangenen Jahr sorgte Reznor für etwas Aufruhr, als er andeutete, Nine Inch Nails würden eine Performing-Pause einlegen – und das dann, nun ja, zurückrollte. Angesichts des Produktions- und Klangniveaus dieser Show und des bevorstehenden Albums liegt der Gedanke nahe, dass Nine Inch Noize in diesem Sommer oder Herbst auf Tour gehen könnten – mit einer grandiosen Produktion, die sich zeitgemäß anfühlt und am Rand der Apokalypse balanciert.

Jeff Miller schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil