Ein KI-generierter Val Kilmer spielt in beunruhigendem „As Deep as the Grave“-Trailer
Der verstorbene Schauspieler ist in verschiedenen Altersstufen im Film zu sehen – erschaffen durch Künstliche Intelligenz.
Im Trailer zum kommenden Historienfilm „As Deep as the Grave“ erscheint Val Kilmers Abbild in verblüffender Detailtreue. In einer Szene, in der er Father Fintan verkörpert – einen indianischen Spiritualisten und katholischen Priester –, bückt sich das digital erschaffene Ebenbild des verstorbenen Schauspielers zu einem Kind hinunter und sagt mit ruhiger Überzeugung: „Fürchte die Toten nicht, und fürchte auch mich nicht.“
Die KI-generierte Figur besitzt eine unheimliche Lebensechtheit: das akkurat gescheitelte blonde Haar, präzise gesetzte Altersflecken, tief eingegrabene Falten – all das dürfte beim Publikum die Frage aufwerfen, wie viel des Films tatsächlich KI-gestützt entstanden ist. Der Film dreht sich um das Leben der Archäologen Ann und Earl Morris (gespielt von Abigail Lawrie und Tom Felton), die in den 1920er Jahren den Canyon de Chelly in Arizona ausgruben. Der Trailer zeigt dramatische Szenen mit an Felsen hängenden Menschen und einer gewaltigen Lawine. Was echt ist – und was nicht – wird spätestens beim Kinostart für Diskussionen sorgen. Kilmers Performance wurde jedenfalls digital erschaffen, mit Unterstützung seines Nachlasses und seiner Tochter Mercedes.
Kilmer starb am 1. April 2025 nach einem langen Kampf gegen den Kehlkopfkrebs. Obwohl er für die Rolle des Father Fintan besetzt worden war, konnte er aufgrund seiner Erkrankung nie ans Set kommen.
Regisseur über Kilmers Rolle
„Als Val vor fünf Jahren zum Projekt stieß, identifizierte er sich sofort mit der historischen Figur des Father Fintan, diesem spirituellen Charakter des amerikanischen Südwestens, und erkannte die Bedeutung, Ann Morris‘ unglaubliche Geschichte ins Licht zu rücken – als erste weibliche Archäologin Nordamerikas“, erklärte Coerte Voorhees, Regisseur, Autor und Produzent von „As Deep as the Grave“, in einer früheren Pressemitteilung.
Mercedes betonte die Bedeutung der Rolle ihres Vaters und erklärte in einem Statement, er sei „ein zutiefst spiritueller Mensch“ gewesen, und „diese Geschichte von Entdeckung und Erleuchtung im amerikanischen Südwesten, und seine besondere Rolle darin, haben wirklich bei ihm Widerhall gefunden.“ Sie fügte hinzu: „Er betrachtete aufkommende Technologien stets mit Optimismus, als Werkzeug, um die Möglichkeiten des Geschichtenerzählens zu erweitern. Diesen Geist ehren wir alle in diesem Film, dessen wesentlicher Bestandteil er war.“
KI hat die Filmbranche tektonisch erschüttert und Panik unter Branchenkennern ausgelöst, die warnen, dass die Technologie bereits wertvolle Jobs in Hollywood verdrängt. Eingesetzt wurde sie schon in zahlreichen Produktionen: von einem verjüngten Harrison Ford in „Indiana Jones and the Dial of Destiny“ über einen jüngeren Mark Hamill im „Mandalorian“ bis hin zu James Dean, der in „Back to Eden“ auf die Leinwand zurückkehrt – knapp 70 Jahre nach seinem Tod.