Warum Diana Ross in „Michael“ fehlt

Kat Graham, die die Supremes-Frontfrau verkörperte, sagt: „Rechtliche Überlegungen haben einige Szenen betroffen, darunter auch die, die ich gedreht habe.“

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Kat Graham, die Diana Ross im neuen Michael-Jackson-Biopic „Michael“ spielt, hat mehrere Szenen gedreht, die das Publikum niemals zu sehen bekommen wird. „Vor dem Start des Michael-Jackson-Films am 24. April möchte ich mitteilen, dass bestimmte rechtliche Überlegungen einige Szenen betroffen haben, darunter auch die, die ich mit einem großartigen Cast gedreht habe“, schrieb sie am Donnerstag in den sozialen Medien. „Leider sind diese Momente nicht mehr Teil des finalen Schnitts, obwohl das Team hart daran gearbeitet hat, so viel von der Geschichte wie möglich zu erhalten.“

Laut „Variety“ haben die Produzenten und Regisseur Antoine Fuqua mehrere Szenen am Ende des Films herausgeschnitten, weil sie mit einer Klage wegen sexuellen Missbrauchs an einem Kind zusammenhingen, mit der Jackson 1993 konfrontiert war. Eine Klausel in Jacksons Vergleich mit dem Kläger untersagte jede Darstellung oder Erwähnung des minderjährigen Jungen in filmischen Darstellungen von Jacksons Leben. Das Magazin spekuliert, dass die Ross-Szenen im Zusammenhang mit diesen gestrichenen Sequenzen entfernt wurden.

Vertreter von Lionsgate und des Films „Michael“ reagierten auf eine Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.

Scharfe Kritik am Biopic

Das Biopic, das am Freitag in die Kinos kommt, steht bereits massiv in der Kritik, weil es Jacksons umstrittene Seiten ausblendet – darunter die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Der Film, dessen Handlung nun im Jahr 1988 endet, zeigt Jacksons Neffen Jaafar Jackson, den Sohn von Jermaine Jackson, in der Hauptrolle als Popstar. Zwei von Jaafars Cousins, Söhne von Tito, haben vor dem Kinostart ihre Unterstützung für den Film bekundet. „Tut mir leid, Medien, ihr bestimmt nicht länger, wer Michael Jackson wirklich war“, erklärte Taj Jackson.

ROLLING STONEs Filmkritiker David Fear schrieb in seiner Rezension, niemand hätte je ein wirkliches Michael-Jackson-Biopic erwarten dürfen – zu dicht sei das rechtliche Dickicht. „Das ist kein Biopic“, schrieb er. „Das ist die Passion des Heiligen Michael, mit großer Treue und Nachdruck auf Jacksons unleugbarem Leid und seinem ebenso unleugbaren Talent inszeniert. … Um einen Jackson-Song zu paraphrasieren: Bitte hört auf. Es reicht.“