Jon Stewart über das White House Correspondents‘ Dinner: „Wie so vieles in Amerika – unterbrochen von Schüssen“
„Wir sind so am Arsch in diesem Land“, sagte er. „Wir kriegen nicht mal ein Dinner hin, das von Anfang an nicht hätte stattfinden sollen.“
Jon Stewart hat in „The Daily Show“ das Chaos beim White House Correspondents‘ Dinner vom Samstagabend aufgearbeitet, das von einem Schützen unterbrochen wurde. Donald und Melania Trump wurden von der Bühne im Ballsaal des Hilton gedrängt und evakuiert, die Veranstaltung wurde abgebrochen.
„Es sollte ein Abend voller Spaß und guter Laune werden – bis er, wie so vieles in Amerika, von Schüssen unterbrochen wurde“, rekapitulierte Stewart. „Deshalb können wir eben keine schönen Dinge haben. Und um ehrlich zu sein: Das hier ist nicht mal ein schönes Ding. Niemand wollte dieses verdammte Dinner von Anfang an. Wir sind so am Arsch in diesem Land. Wir kriegen nicht mal ein Dinner hin, das von Anfang an nicht hätte stattfinden sollen. Hey, lasst uns den Ersten Zusatzartikel feiern – mit einer Regierung, die alles in ihrer Macht Stehende tut, um ihn zu zerstören.“
Stewart fasste die verschiedenen Reaktionen im Ballsaal nach dem Vorfall zusammen: Manche schnappten sich auf dem Weg nach draußen Weinflaschen, jemand aß seelenruhig weiter, während sich andere unter Tischen versteckten. „Es gibt Momente, in denen ich mir große Sorgen um Künstliche Intelligenz mache und ob sie uns irgendwann ersetzen wird“, sagte Stewart dazu. „Und dann gibt es Momente, in denen ich denke: ‚Hey, KI, kannst du Montag anfangen?’“
Stewarts Blick auf die Reaktionen
Der Moderator bemerkte außerdem, dass viele Mitglieder der Trump-Regierung beim Verlassen des Ballsaals „ihre wahren Farben gezeigt“ hätten. Er nahm Verteidigungsminister Pete Hegseth aufs Korn, der beim Abgang einen „glühenden Blue Steel“ hingelegt habe, konzentrierte sich aber vor allem auf Robert F. Kennedy Jr., der seine Frau Cheryl Hines offenbar zurückgelassen hatte.
„RFK Jr. wird von einem Secret-Service-Schwarm fortgetragen, der anscheinend keine einzige Arbeitsbiene erübrigen konnte für – ich weiß nicht – seine Frau“, sagte Stewart. „Seht ihr das da? Eine Gruppe Männer trägt einen anderen Mann aus dem Raum. Und dann ist da eine Frau, die offensichtlich verzweifelt die Hand ausstreckt, damit sich jemand kümmert, damit jemand hilft. Die Frau, die in Angst und Qual die Arme hebt – das ist RFK Jrs. Frau.“
Er fügte hinzu: „Übrigens: Wenn es in diesem ganzen Raum einen gibt, der gegen körperlichen Schaden immun zu sein scheint, dann ist es verdammt nochmal RFK Jr. Schaut euch den Typ an. Der sieht buchstäblich aus wie jemand, der auf halbem Weg zwischen Bruce Banner und dem Hulk feststeckt.“
Triumph the Insult Comic Dog
Im weiteren Verlauf der Show begrüßte Stewart Triumph the Insult Comic Dog, der das Dinner für „The Daily Show“ begleitet hatte. Triumph trat mit einer goldenen „Helden“-Medaille auf. „Ich bin nicht derjenige, der das Wort Held gerne in die Luft wirft“, sagte er zu Stewart. „Aber nach Samstag kann ich nicht anders, als es nicht nur in die Luft zu werfen, sondern es auch auf eine Medaille zu drucken und bei Staples anfertigen zu lassen.“
„Hatten Sie Angst, getötet zu werden?“, fragte Stewart. „Ja“, antwortete Triumph. „Aber hauptsächlich, weil ich nicht wollte, dass RFK Jr. mein Kadaver verspeist. So will man nicht abtreten, Jon.“