So hätte aus „Staying Alive“ eine echte Mega-Show werden können
An originellen Shows mangelt es ProSieben nicht, doch „Staying Alive“ wurde zum Zombie-Event gemacht. Dabei ginge es doch auch anders.
Elvis Presley, Whitney Houston, Freddie Mercury und Amy Winehouse zurück auf der Bühne? Die Idee von „Staying Alive“ ist faszinierend wie raffiniert. Mittels einer bislang geheimen Technik kommen KI-Avatare auf die Bühne, die – nun ja – täuschen echt aussehen. Allerdings bleibt bei all dem ein Unbehagen, denn irgendwie sucht man bei ihnen wie bei allem Kunstprodukten künstlicher Intelligenz nach Fehlern und findet sie natürlich auch. Schlimmer noch ist allerdings, was bereits der Untertitel der Show verspricht: Stars singen mit Legenden.
Es wäre ja noch zu ertragen gewesen, wenn man die No Angels oder Sasha Hits von Elvis und Whitney hätte singen lassen, aber die devoten Abziehbilder der Musikgiganten mussten dann auch noch deren Chartserfolge mitträllern. Viele fanden es peinlich, die Einschaltquote der ersten Folge war eher mau. Da gerät der Blick auf die zweite Show am 02. Mai (Samstag) eher zum Fremdschämfestival und zur Neugier, wie gut oder wie schlecht Freddie Mercury und Amy Winehouse getroffen werden.
„The Perfect Match“ statt „Staying Alive“
Womöglich liegt es aber auch einfach am schalen Konzept, dass „Staying Alive“ so sehr zum unangenehmen Totentanz macht. Wie wäre es stattdessen mit einer anderen Show, um die eigentlich gute Idee zu retten. Wie wäre es mit „The Perfect Match“?
Mit dabei sind auch die KI-Legenden. Aber weitere Teilnehmer sind keine etablierten A- oder B-Prominenten der deutschen Musikszene, sondern talentierte Newcomer oder professionelle Backgroundsänger, die für ihre Stimme, aber nicht für ihr Gesicht bekannt sind.
In jeder Woche der Show müssen die Kandidaten ein Duett mit einer KI-Legende performen. Die Herausforderung dabei: Es geht nicht darum, den Star zu kopieren, sondern auf der Bühne eine neue Interpretation eines von ihren Klassikern zu entwerfen, die es möglichst mit der Originalstimme aufnehmen kann. Wer singt energetischer als Whitney Houston, wer hat den besseren Hüftschwung als Elvis Presley?
Damit würde nicht nur jungen Stimmen Aufmerksamkeit beschert, nebenbei gelänge es auch noch, den Spirit der Verstorbenen zurückzuholen und auf jeweils ganz eigene, manchmal vielleicht überraschende Art zu ehren.
Hungrige Talente fordern Legenden heraus
Um mit der Show eine mediale Störung der Totenruhe wie bei „Staying Alive“ zu vermeiden, müsste die geheime Technologie dahinter entmystifiziert werden. Der Avatar sollte also nicht versuchen, so lebendig wie möglich zu wirken, um mit den Menschen an seiner Seite mitzuhalten. Es ginge eher darum, sie als Abbild echter, unnahbarer Stars wirken zu lassen, um so gerade die Nachwuchskünstler mehr scheinen zu lassen, wenn sie ihre Vorbilder übertrumpfen.
Da ja kein deutsches Format ohne Prominente auskommt, dürfen sie gerne in der Jury sitzen. Hauptsache, sie sind keine übetrieben gerührten Duettpartner mehr. Ein Bonus wäre, wenn die Jury mindestens zu einem Teil aus Menschen bestehen würde, die eine echte Verbindung zum Star hatten oder Experten aus der Musikindustrie sind. Sie bewerten dann nicht nur den Gesang, sondern achten auch darauf, ob der Kandidat dem Vermächtnis der Legende gerecht wird.
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