Tupac Shakurs Familie reicht neue Klage wegen unrechtmäßigen Todes ein

Tupac Shakurs Stiefbruder verklagt mutmaßliche Verschwörer – und will per Beweiserhebung endlich Licht ins Dunkel des Mordfalls bringen.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Dieser September wird den 30. Jahrestag von Tupac Shakurs gewaltsamen Tod in Las Vegas markieren – und was damals wirklich geschah, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Verbrechen wurde Duane „Keefe D“ Davis 2023 schließlich wegen des Mordes verhaftet und wartet nun auf seinen Prozess. Um weitere Hintergründe ans Licht zu bringen, haben Anwälte von Maurice Shakur, Tupacs Stiefbruder, in Los Angeles eine Zivilklage wegen unrechtmäßigen Todes eingereicht. Darin wird eine „komplexe Verschwörung zur Ermordung Tupacs“ behauptet, die „weit über eine bloße Vergeltung für einen vorangegangenen Streit hinausging“.

„Viele der Beteiligten sind längst verstorben, andere waren schwer zu identifizieren“, heißt es in der Klageschrift, die ROLLING STONE vorliegt. „Eines steht jedoch fest: Es gibt noch Personen, die in Tupacs Mord verwickelt waren und seit 30 Jahren nicht für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurden. Diese Klage soll das ändern und Schadensersatz für den unrechtmäßigen Tod Tupacs erwirken.“

Die Klage stützt sich auf aktuelle Aussagen vor einem Grand Jury im Zusammenhang mit der Verhaftung von Davis sowie auf die Netflix-Dokumentation „Sean Combs: The Reckoning“, in der eine Aufnahme aus einem Polizeiverhör zu hören ist, in der Davis offenbar behauptet, Combs habe ihm eine Million Dollar für die Ermordung Tupacs geboten. Combs hat diesen Vorwurf vehement zurückgewiesen und die Netflix-Produktion als „beschämenden Angriff“ bezeichnet.

99 unbekannte Mitverschwörer

Die Klageschrift nennt 99 namentlich noch unbekannte Mitverschwörer, über die im Rahmen des Beweiserhebungsverfahrens Informationen gesammelt werden sollen. „Während die Ermittlungen und öffentliche Akten die Namen bestimmter Personen enthüllt haben, die möglicherweise an dem Mord beteiligt waren oder ihn begünstigt haben“, heißt es in der Klage, „bleiben die genaue Art und der Umfang der Beteiligung jedes Einzelnen – sowie die Identitäten weiterer Personen, die an der Planung, Finanzierung, Leitung oder Durchführung der Verschwörung beteiligt gewesen sein könnten – unbekannt.“

Diese zivilrechtliche Klage ist vollständig vom Strafverfahren gegen Davis getrennt, der derzeit im High Desert State Prison in Nevada einsitzt – verurteilt wegen Schlägereien hinter Gittern. Sein Strafprozess soll am 10. August 2026 beginnen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Davis in dem weißen Cadillac saß, der am 7. September 1996 in der Nähe des MGM Grand in Las Vegas neben Shakurs Wagen fuhr und ihn viermal traf. Davis hat sich nicht schuldig bekannt.

Davis‘ eigene Worte

In seinen eigenen Memoiren „Compton Street Legend“ brüstete sich Davis jedoch mit seiner Rolle bei dem Verbrechen. „Tupac machte eine unberechenbare Bewegung und griff unter seinen Sitz“, schrieb Davis und schilderte den Moment, als sein Wagen neben dem des Rappers herfuhr. „Es war das erste und einzige Mal in meinem Leben, dass ich den Polizeibefehl nachvollziehen konnte: ‚Hände dahin, wo ich sie sehen kann.‘ Stattdessen zog Pac eine Knarre, und dann gingen die Lichter an. Einer meiner Jungs auf dem Rücksitz schnappte sich die Glock und fing an zurückzuballern.“

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil