Kein „Stairway“? Das sind die 10 meistgespielten Riffs in Guitar-Center-Stores
CEO Gabe Dalporto verrät, was Kunden immer wieder greifen – von Metallicas monolithischem „Master of Puppets“ bis zu Deep Purples unvermeidlichem „Smoke on the Water“.
Wenige Sounds in der Musik sind so unverwechselbar wie der satte, vielschichtige Lärm eines Guitar Center. Riffs türmen sich auf Riffs, Noodling verheddert sich in noch mehr Noodling, Shredder drehen frei, während im Hintergrund das Rattern eines Schlagzeugs, ein paar knackige Keys oder das Grollen eines Basses zu hören sind. Das Chaos ist dabei alles andere als zufällig. Und vor Kurzem beschloss die Guitar-Center-Führung, die Unordnung nach den Mustern zu durchforsten, die tief darin verborgen liegen.
„Wir haben die Filialleiter mit einer Umfrage angeschrieben und gefragt: ‚Schreibt eure meistgespielten Songs auf und erzählt uns Anekdoten, was auch immer ihr habt’“, sagt Guitar-Center-CEO Gabe Dalporto gegenüber ROLLING STONE über das jüngste Projekt. „Das Ergebnis war erstaunlich einheitlich. Man sieht: Über alle Stores und Regionen hinweg spielen die Leute im Grunde dieselben Songs.“
Die Resultate dieser vergnüglichen, hinreichend wissenschaftlichen Umfrage sind weitgehend das, was man erwarten würde – mit ein paar Überraschungen. An der Spitze steht nicht Led Zeppelins „Stairway to Heaven“, sondern Metallicas „Master of Puppets“, gefolgt von drei weiteren Riff-Klassikern: Guns N‘ Roses‘ „Sweet Child O‘ Mine“, The White Stripes‘ „Seven Nation Army“ und Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“.
Metallica und Nirvana dominieren
Metallica und Nirvana sind die einzigen Bands, die gleich zwei Songs auf der Liste platzieren konnten: „Enter Sandman“ und „Come As You Are“ schafften es ebenfalls in die Top 10. Die zwei weiteren erwartbaren Einträge sind Ozzy Osbournes „Crazy Train“ und Deep Purples ewiges „Smoke on the Water“, das laut Dalporto „unsere Mitarbeiter seit Jahrzehnten quält“. (Sowohl „Crazy Train“ als auch „Sweet Child O‘ Mine“ tauchen übrigens auf ROLLING STONEs neuer Liste der 100 größten Gitarrensoli auf.)
Die zwei unerwarteten Einträge sind Tools „Schism“ und John Mayers „Slow Dancing in a Burning Room“. Mayer ist an der Gitarre zweifellos kein Leichtgewicht, aber seine zarte Ballade von 2006 sticht auf einer Liste hervor, die, wie Dalporto anmerkt, sonst „eher zum härteren Rock tendiert“.
Auffällig sind auch die Abwesenden. Dalporto zeigte sich überrascht, dass kein Jimi Hendrix dabei ist und auch kein Song wie Pearl Jams „Alive“. Am deutlichsten ins Auge fällt natürlich das Fehlen von „Stairway to Heaven“ – jenem Stück, das „Wayne’s World“ für immer zum Inbegriff des überstrapazieren Gitarrenshop-Riffs gemacht hat.
Das Ende des Verbots
Das war kein bloßer Gag. Dalporto zufolge hingen in Guitar-Center-Filialen jahrelang Schilder, die Kunden von „Stairway“ abhalten sollten. Doch im vergangenen Jahr lud ihn der Musiker und YouTuber Døvydas – der daraus seine eigene Nummer gemacht hatte, das „verbotene Riff“ öffentlich zu spielen – dazu ein, das Verbot offiziell aufzuheben, indem sie gemeinsam „Stairway to Heaven“ spielten.
Genau dieses Erlebnis brachte Dalporto auf die Idee, die Filialleiter nach ihren meistgespielten Songs zu befragen. Dalporto, der auch seinen eigenen Podcast „Inside the Noise“ moderiert, sagt, er habe „großes Verständnis für die Mitarbeiter, die denselben Song immer und immer wieder hören – und manchmal nicht besonders gut gespielt“. Gleichzeitig betont er, dass Guitar Center bewusst darauf ausgelegt sei, lautes Experimentieren zu fördern. („So wie ich gelernt habe, das Schreien meiner Kinder auszublenden, blendet man irgendwann auch die Dinge aus, die man ständig hört“, scherzt er.)
Diese Atmosphäre sorgt aber auch für aufregende, spontane Momente. Manchmal, so Dalporto, löst sich das Riff-und-Lick-Chaos auf und weicht einer unerwarteten Harmonie: „Jemand fängt an, einen dieser Songs zu spielen, und andere steigen ein“, sagt er. „Eine der herausragenden Erinnerungen war, als zwei ziemlich versierte Gitarristen anfingen, gemeinsam ‚Master of Puppets‘ zu spielen. Das hat den Laden zum Kochen gebracht.“
Wenn jemand es wirklich draufhat
Er fährt fort: „Diese Songs werden oft gespielt. Oft nicht besonders gut. Man hört sie also immer wieder, aber wenn jemand sie wirklich hinbekommt, merkt man das sofort. Und das Filialpersonal weiß es wirklich zu schätzen, wenn jemand richtig gut ist.“
Die 10 meistgespielten Riffs bei Guitar Center
- 1. Metallica – „Master of Puppets“
- 2. Guns N‘ Roses – „Sweet Child O‘ Mine“
- 3. The White Stripes – „Seven Nation Army“
- 4. Nirvana – „Smells Like Teen Spirit“
- 5. John Mayer – „Slow Dancing in a Burning Room“
- 6. Metallica – „Enter Sandman“
- 7. Tool – „Schism“
- 8. Ozzy Osbourne – „Crazy Train“
- 9. Nirvana – „Come As You Are“
- 10. Deep Purple – „Smoke on the Water“