„Michael Jackson: The Verdict“: Die Doku setzt die Geschichte von „Michael“ mit dem Missbrauchsprozess fort

Die dreiteilige Dokuserie beleuchtet beide Seiten des Prozesses von 2005, in dem Jackson vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen wurde.

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Michael Jacksons Geschichte endet im Biopic „Michael“ im Jahr 1988 – jenem Kassenschlager, der derzeit erneut die Nummer eins der US-Kinocharts belegt. Nun setzt eine neue, dreiteilige Netflix-Dokuserie die Geschichte des King of Pop fort.

Michael Jackson: The Verdict“, das am 3. Juni Premiere feiert, rollt Jacksons Prozess wegen Kindesmissbrauchs aus dem Jahr 2005 neu auf. Zu den Gesprächspartnern der Dokuserie zählen Geschworene, Augenzeugen, Kläger und Verteidiger Jacksons. Der von Nick Green inszenierte Film beleuchtet beide Seiten des Verfahrens – Anklage und Verteidigung – bis hin zum Freispruch. Der Trailer beginnt mit Aufnahmen von Jacksons Anwesen. „Wir waren überzeugt, dass er ein Verbrecher war, und dass er dank seines Ruhms und seiner Prominenz damit durchkam“, sagt einer der Interviewten.

ROLLING STONE hat eine Chronik der Vorwürfe gegen Jackson veröffentlicht. 1993 leitete das Los Angeles Police Department eine Untersuchung gegen Jackson ein, die auf Aussagen von Jordan Chandler basierte, der Jackson im Alter von 13 Jahren kennengelernt hatte. Obwohl Grand Jurys im darauffolgenden Jahr eine Anklage ablehnten, eröffnete das Santa Barbara Sheriff’s Department 2003 ein neues Ermittlungsverfahren, das schließlich zum Prozess von 2005 führte.

Regisseur über den Prozess

„Es ist 20 Jahre her, dass Michael Jackson vor Gericht stand und für nicht schuldig befunden wurde. Und doch streiten die Gemüter bis heute“, erklärten Regisseur Green und Produzentin Fiona Stourton in einem auf Netflixs Tudum veröffentlichten Statement. „Im Gerichtssaal waren keine Kameras zugelassen, weshalb die öffentliche Wahrnehmung der damaligen Fakten durch Kommentatoren gefiltert und bruchstückhaft vermittelt wurde. Es war an der Zeit, den Prozess als Ganzes einer genauen Betrachtung zu unterziehen.“

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Zu den Zeugen der Anklage gehörten mehrere Jungen, die behaupteten, Jackson habe sie missbraucht. Die Verteidigung hingegen rief unter anderem Macaulay Culkin, Jay Leno, George Lopez und Chris Tucker auf, um seinen Charakter zu bezeugen. Am 13. Juni 2005 fällte die Jury ihr Urteil.

Die Dokumentation könnte eine Lücke füllen, die „Leaving Neverland“ hinterlassen hat – jene Doku, die sich auf zwei Männer konzentrierte, die Jackson beschuldigten, sie als Kinder missbraucht zu haben, und die bei HBO nicht mehr verfügbar ist. Außerdem greift sie Chandlers Geschichte auf, die in „Michael“ ausgespart wurde, weil die Filmemacher erkannten, dass ihre Einbeziehung einen Vergleich über 20 Millionen Dollar verletzt hätte, den Jackson 1994 geschlossen hatte. Jackson, der 2009 starb, bestritt Chandlers Anschuldigungen ebenso wie die anderer Jungen stets vehement.