„Michael“-Fortsetzung zeigt „unglaublich unterhaltsame“ Ereignisse: Missbrauchsvorwürfe also wohl kaum

Ein Rekord-Eröffnungswochenende – und das war erst der Anfang. Lionsgate hat Teil 2 des Michael-Jackson-Biopics „Michael“ angekündigt. Der Produzent gibt eine Richtung vor, die die Missbrauchsvorwürfe wohl ausklammern wird.

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83 Millionen Euro hat die Filmbiographie „Michael“ allein am ersten Wochenende nach Kinostart eingespielt. Damit brach der Michael-Jackson-Film alle bisherigen Rekorde für Musikbiographien. Auf diesem Erfolg wollen sich die Produzenten nicht ausruhen und planen bereits eine Fortsetzung – genug Stoff wäre vorhanden. Vor allem wäre es interessant noch zu erfahren, ob der Estate die Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger auf die Leinwand bringen wird. „Michael 1“ endet im Jahr 1988, noch fern aller juristischen Auseinandersetzungen.

„His Story Continues“

Diese letzten Worte erscheinen auf der Leinwand, bevor „Michael“, das Biopic über Michael Jacksons Leben, endet. Ist eine Fortsetzung also bereits unterwegs? Der Film konzentriert sich auf Jacksons Kindheit und den Aufstieg zum Höhepunkt seines Ruhms in den späten 80er-Jahren.

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Der Aufbau des Films war ursprünglich anders geplant. Aus rechtlichen Gründen dürfen Szenen zu den Gerichtsverfahren im späteren Verlauf seines Lebens nicht produziert werden, sodass der Produzent Graham King Teile der Biographie neu drehen mussten. Eine der Personen, die Jackson wegen sexuellen Missbrauchs anzeigte, darf bis heute nicht in kommerziellen Projekten dargestellt oder erwähnt werden. Diese rechtliche Einschränkung fiel zu spät auf – King musste eine vollständige Änderung des dritten Akts veranlassen, was 22 zusätzliche Drehtage nach sich zog. Die finale Version von „Michael“ endet im Jahr 1988, bei einem Wembley-Auftritt der „Bad“-Tour; die verbleibenden 21 Jahre von Jacksons Leben bleiben unerzählt.

Genügend Stoff für einen zweiten Teil

Lionsgate-Vorsitzender Adam Fogelson ist überzeugt: Es gibt genügend Inhalte für einen zweiten „Michael“-Film: „Viel seiner bekanntesten Musik wurde für den ersten Film nicht verwendet. Es gibt so viele weitere Ereignisse, auch zu der Zeitspanne, in welcher der ursprüngliche Film spielt, die nicht behandelt wurden. Wir sind also sehr, sehr sicher, dass wir einen unglaublich unterhaltsamen Film haben, der wieder ein internationales Publikum ansprechen wird.“ „Unglaublich unterhaltsam“: klingt nicht nach Aufarbeitung des Skandals.

Welche Momente aus dem ereignisreichen Leben des „King of Pop“ ein zweiter Film darstellen wird, bleibt noch offen. Fogelson betont allerdings, dass die Weiterführung nicht zwingend chronologisch erfolgen muss – es wird also potenziell Sprünge auf der Zeitachse geben.