Olivia Rodrigo zur Kleid-Empörung: „Kein Mädchen sollte dafür verantwortlich sein, wenn ein Typ sie sexualisiert“

Die Sängerin sah sich scharfer Kritik ausgesetzt, nachdem Internetkommentatoren ihr vorwarfen, mit ihren Outfits Kindlichkeit und Sexualisierung zu vermischen.

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Während das Internet weiter seinen Wutanfall über Olivia Rodrigos Entscheidung auslebt, bei der Promotion ihres dritten Albums „You Seem Pretty Sad for a Girl So In Love“ Babydoll-Kleider zu tragen, hat sich die Singer-Songwriterin nun selbst zu Wort gemeldet.

Nachdem sie für das Albumcover ein rosafarbenes, verspieltes Kleid getragen hatte, in einem ähnlichen blauen für das Musikvideo zu „Drop Dead“ aufgetreten war und beim Spotify-Billions-Club-Live-Event im Barceloner Teatro Greco in einem geblümten Babydoll-Kleid mit passendem Bloomer-Höschen auf der Bühne stand, lösten diese Looks einen Shitstorm aus. Zahlreiche Internetkommentatoren warfen der 23-jährigen Popsensation vor, sich selbst zu sexualisieren und „Pedo Core“ zu propagieren.

Am Mittwoch bezog Rodrigo in einem Auftritt im „Popcast“ der „New York Times“ Stellung – und erinnerte alle daran, dass „man nicht dafür verantwortlich sein sollte, wenn irgendeinem Typen etwas sexuell vorkommt, was nie so gemeint war“.

Rodrigo rechnet ab

„Was mich wirklich stört: Ich habe auf der Bühne auch aufreizende Outfits getragen“, sagte Rodrigo. „Ich stand in einem glitzernden BH und kurzen Shorts da – das ist mein gutes Recht. Das macht Spaß. Ich habe mich dabei cool und wohl gefühlt. Und das war nicht ‚unangemessen‘ – aber ich, komplett bedeckt in einem Kleid, das manche als kindlich empfinden, das war ‚unangemessen‘. Das zeigt doch nur, wie sehr wir Pädophilie in unserer Kultur normalisieren.“

Sie sprach auch die gefährliche Debatte rund um Frauenkleidung und sexuelle Gewalt an. „Es ist diese Rhetorik, die uns als Mädchen von klein auf eingetrichtert wird: ‚Zieh das nicht an, sonst sexualisiert dich ein Mann und du bist selbst schuld’“, sagte Rodrigo. „Ich fand mich darin überhaupt nicht sexy. Ich dachte: ‚Das ist so cool. Ich sehe aus wie Kathleen Hanna oder Courtney Love‘ – all diese Menschen, die meine Heldinnen sind. Ich habe mich darin cool und wohl gefühlt.“

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Rodrigo hat bereits früher erklärt, sich von der Punk-Tradition von Künstlerinnen wie Kat Bjelland und Courtney Love inspirieren zu lassen, die Babydoll-Kleider mit ihrer Musik und ihren wilden Performances kombinierten – als bewusste Absage an die Erwartung, Frauen hätten sich im Patriarchat als gefügige Objekte zu verhalten.

„Den Faden verloren“

Im „Popcast“ sagte sie: „Ich glaube, wenn wir anfangen, uns so zu kleiden nach dem Motto: ‚Oh, ich will nicht, dass irgendein beschissener Freak denkt, ich bin sexy wie ein Baby‘ oder so ein wahnsinniges Zeug … dann verlieren wir irgendwie den Faden.“

Rodrigo fügte hinzu: „Ich liege jüngeren Frauen und Mädchen einfach sehr am Herzen, und ich will nie, dass ihnen diese Denkweise eingeimpft wird.“

Charisma Madarang schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil