AfD-Parteitag in Erfurt: Roland-Kaiser-Fans droht Verkehrschaos
Während in Erfurt der AfD-Parteitag beginnt, müssen Roland-Kaiser-Fans wegen Straßensperrungen und Protesten einen Umweg zum Domplatz-Konzert einplanen.
Ab Freitagmittag ist es so weit: Die Straßen werden gesperrt, und die Proteste in Erfurt laufen an. Grund dafür ist nicht, dass Roland Kaiser im „Welt“-Interview mitteilte, dass er nach seinen Konzerten ein alkoholfreies Bier trinkt, sondern der AfD-Parteitag in Erfurt. Während die Organisation „Widersetzen“ Sitzblockaden-Workshops in Kirchen abhält, wird die Bühne für das Roland-Kaiser-Konzert am 3. Juli auf dem Domplatz in Erfurt aufgebaut. Der 74-Jährige kann sich darauf freuen, am Freitagabend vor 15.000 Fans „Santa Maria“ zu singen. Doch was tun, wenn man selbst anfangen muss, die Sitzblockaden wegzutragen, um mit seinem Auto zum Roland-Kaiser-Konzert zu gelangen?
Anfahrt
Obwohl der AfD-Parteitag erst am 4. Juli beginnt, werden bereits am Vortag Straßenblockaden und angemeldete Proteste dafür sorgen, dass die Durchfahrt zum Konzert nicht wie gewohnt stattfinden kann. Die Polizei wird von Freitag, den 3.7., 12:00 Uhr, bis Montag, den 6.7., 6:00 Uhr, sowohl die Eisenacher als auch die Gothaer Straße vollständig sperren. Und mit rund 31 Protestaktionen um den AfD-Bundesparteitag wird auch am Freitag die Innenstadt keinesfalls leer sein.
Während der große Protestschwerpunkt auf Samstag liegt, gibt es auch schon ab Freitag Proteste auf den Straßen rund um die Gothaer Straße. Wer also vorhatte, aus dem Westen über die Straße zu fahren, muss einen Umweg einplanen. Auch der Bahnverkehr kann von vielen erwarteten Protestteilnehmern eingeschränkt werden. Jedoch bleibt eine Blockade aus, da die AfD-Mitglieder erst ab 4. Juli nach Erfurt zum Parteitag anreisen werden.
Fachismus
Dass das Konzert von Roland Kaiser auf das Protestwochenende fällt, ist vielleicht kein Zufall. Der Musiker sprach sich in der Vergangenheit offen gegen die AfD aus, sieht aber einer möglichen Regierungsverantwortung der AfD gelassen entgegen. In einem „Welt“-Interview äußerte er die Vermutung, dass sich die Partei selbst entzaubern könnte, sobald sie gezwungen ist, konkrete politische Lösungen zu finden. Trotzdem dürfte Roland Kaiser den Protesten am Samstag wohlwollend entgegenblicken. Die Organisation „Widersetzen“ sieht die AfD als faschistische Partei an, weshalb sie eine Versammlung dieser verhindern will.