66. Nowhere Man

Autor: Lennon | Aufgenommen: 21. und 22. Oktober 1965 Veröffentlicht: 7. Dezember 1965

5 Wochen; Nr. 3

Einer der richtungsweisenden Songs, die er in der frühen Beatles-Phase schrieb, klopfte an Lennons Tür, als er es überhaupt nicht erwartet hatte. „Die ganze Sache flutschte auf einen Schlag heraus“, sagte er 1970 dem ROLLING STONE. „Ich erinnere mich noch, dass ich durch diese paranoide Phase ging, weil ich etwas schreiben wollte, aber partout nichts herauskam. Also schaltete ich komplett ab und versuchte gar nicht mehr, einen Song schreiben zu wollen. Und schon flutschte er heraus.“ Was ihm da rausrutschte, war ein Dokument der Langeweile und Frustration, die das hermetisch abgeschirmte Leben als Beatle bei ihm ausgelöst hatte. Die Beschreibung eines Mannes, der „making all his nowhere plans for nobody“ und „knows not where he’s going to“ war, wie Lennon zugab, „vermutlich die Beschreibung meiner eigenen Person“.

Der Überdruss in Lennons Stimme wie auch die müde Melancholie der Melodie hielten die Band nicht davon ab, bei der Umsetzung im Studio nach frischen Sounds zu suchen. Lennon,McCartney und Harrison schichteten opulente Harmonien aufeinander, und das wundervoll sparsame Solo – von Lennon und Harrison unisono auf der Stratocaster gespielt – schnitt wie eine Machete durch die Langeweile und Apathie. „,Nowhere Man‘ ist ein wundervoller Popsong mit einem wegweisenden, existenziellen Text“, befand Billy Corgan, der das Stück mit den Smashing Pumpkins coverte. „Er bietet dir die Möglichkeit, ihn für dich selbst zu entdecken.“

Auf dem Album: „Rubber Soul“

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