Ein Gericht stoppte Stickstoff-Hinrichtungen in Alabama. Dieser Reverend hofft, dass andere Staaten folgen

Rev. Jeff Hood war bei Alabamas erster und letzter Stickstoff-Hinrichtung dabei – und kämpft seitdem unermüdlich dagegen an.

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Im Januar 2024 stand Seelsorger Reverend Jeff Hood in Alabama als Zeuge bei der ersten Stickstoff-Hinrichtung in der Geschichte der USA. Es war ein erschütterndes Erlebnis, sagt er – wie ein Goldfisch, der aus dem Wasser gerissen wird, nur unendlich viel schlimmer. Vergangene Woche jedoch bestätigte der U.S. Supreme Court eine Entscheidung, die die Hinrichtung eines Mannes in Alabama blockierte, weil der Einsatz von Stickstoffgas als grausame und ungewöhnliche Bestrafung gilt. Dieses Urteil schafft einen Präzedenzfall, der diese Methode bei Gefangenen in Alabama künftig effektiv verhindern könnte.

Jeffrey Lee sollte am 11. Juli für einen Doppelmord aus dem Jahr 1998 hingerichtet werden, wehrte sich jedoch gegen die vergleichsweise neue Hinrichtungsform – eine Art Erstickung durch Gas –, die bei einigen Insassen zu einem langsamen, qualvollen Tod geführt hat, obwohl die Methode als humaner als andere angepriesen wird.

„Das Letzte, was ich mir je hätte vorstellen können, war, ein Experte für Stickstoff-Hinrichtungen zu werden“, sagt Hood gegenüber ROLLING STONE. Dennoch war er als Seelsorger des Häftlings Kenneth Smith im Januar 2024 bei Amerikas erster Hinrichtung durch Stickstoff zugegen. „Als ich Kenny zum ersten Mal kennenlernte, ließ er mich versprechen, der Welt seine Geschichte zu erzählen. Ich war der Erste, der der Welt berichtete, was gerade passiert war. Ich empfand das als enorme Verantwortung – und diese Verantwortung ist nicht kleiner geworden.“

Erster Zeuge einer neuen Methode

Hood wurde 2022 Seelsorger, nachdem der Supreme Court entschieden hatte, dass Häftlinge beim Gang in den Tod eine solche Begleitperson haben dürfen. Er hatte bereits mehrere Hinrichtungen miterlebt, als Smith starb – doch diesmal fürchtete er zum ersten Mal auch um sein eigenes Leben, denn das Verfahren war noch ungetestet, und es war nicht ausgeschlossen, dass das giftige Gas in den Beobachtungsraum eindringen könnte. „Ich halte es für wichtig festzuhalten, dass dies das erste Mal in der Geschichte der Menschheit ist, dass auch Menschen, die nicht hingerichtet werden sollen, durch eine Hinrichtung in Gefahr geraten“, sagte Hood damals.

Der Reverend blieb körperlich unversehrt – seelisch hingegen musste er mitansehen, wie ein Freund in einem qualvollen Acht-Minuten-Kampf starb, sein Gesicht zuckend, als würden „eine Million Ameisen unter seiner Haut kriechen“, wie Hood es beschreibt. Seitdem wurden acht Menschen auf diese Weise hingerichtet, sieben davon allein in Alabama; fünf US-Bundesstaaten lassen die Methode zu.

Hood war auch bei der Hinrichtung von Anthony Boyd im Oktober 2025 dabei, die nach seinen Angaben 18 Minuten dauerte. „Man fühlt sich wie der letzte Dreck, sitzt da, versucht zu beten und das alles zu ertragen“, sagt er. „Und man weiß, dass man nur eine Handbewegung davon entfernt ist, ihm diese Maske vom Gesicht zu reißen.“ Boyd war der letzte Mann, der in Alabama durch Stickstoffgas starb, bevor Jeffrey Lee in diesem Monat erfolgreich gegen seine Hinrichtungsmethode vorging.

Billboards gegen das Ersticken

In den vergangenen zweieinhalb Jahren machte Hood unablässig auf das Grauen dieser Methode aufmerksam – auch während Politiker und Skeptiker behaupteten, sie sei humaner als die Giftspritze. Er schrieb ein Buch, hielt Pressekonferenzen mit der Maske ab, die bei Hinrichtungen verwendet wird, und ließ in ganz Alabama Plakate aufstellen mit der Aufschrift „Du sollst nicht ersticken“.

Nach dem Urteil des Supreme Court war er überwältigt. „Ich fühlte mich bestätigt“, sagt er. „Wie: ‚Ihr Arschlöcher habt mich das durchmachen lassen. Mich gequält. Mir verdammte Albträume für zweieinhalb Jahre beschert.‘ Das war eine unglaubliche Reise, und natürlich ist sie noch nicht ganz vorbei – aber wir sehen den Anfang vom Ende.“ Hood hofft nun, dass andere Bundesstaaten Alabamas Beispiel folgen und jene Staaten, die diese Hinrichtungsmethode noch nicht einsetzen, sich das zur Warnung nehmen.

„Es geht nicht nur darum, ihre Geschichten zu erzählen“, sagt Hood über Boyd und Smith. „Es geht darum, das zu dokumentieren, damit künftige Generationen begreifen, welches Grauen damit verbunden ist, Menschen zu ersticken. Das ist entsetzlich, das ist Folter, und es ist unter der Würde des Menschen.“

Hinrichtungen auf Rekordhoch

Dennoch ist seine Arbeit noch lange nicht getan. Nächste Woche wird Hood bei seiner dreizehnten Hinrichtung dabei sein – Dusty Spencer, dem ältesten Mann, der je in Florida hingerichtet wurde. Dazu kommt: Die USA scheinen Hinrichtungen trotz eines historischen Tiefstands in der öffentlichen Zustimmung zur Todesstrafe sogar noch auszuweiten. Das Death Penalty Information Center meldet, dass 2025 insgesamt 47 Menschen hingerichtet wurden – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. In diesem Jahr sind es bereits fünfzehn.

Präsident Donald Trump ist seit jeher ein vehementer Befürworter der Todesstrafe. Joe Biden beendete seine Amtszeit damit, den Großteil der zum Tode Verurteilten in Bundesgefängnissen zu begnadigen – eine Entscheidung, die Trump seither eilig rückgängig zu machen versucht. Sein Justizministerium führte im April 2026 das Erschießungskommando für Bundesgefangene wieder ein; mehrere Bundesstaaten greifen inzwischen ebenfalls auf diese einst als veraltet geltende Methode zurück. Außerdem setzte Trump die Giftspritze in Bundesgefängnissen wieder ein, ein Protokoll, das Biden vor dem Ende seiner Amtszeit ausgesetzt hatte.

Brenna Ehrlich schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil

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