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Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann: Instagram sperrt Account


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Der selbsternannte „Starkoch“ Attila Hildmann tischt seinen Anhängern in der Coronakrise anstelle von veganen Burgern und Desserts vermehrt krude Verschwörungstheorien und diffuse Polemik auf. Das kostete ihn nicht nur einige Kooperationen (unter anderem mit dem Konzern Kaufland), sondern auch seine Instagram-Präsenz. Die Fotoplattform und Facebook-Tochter sperrte den Account Hildmanns – vermutlich wegen Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen, wie „rnd.de“ berichtete.

„Angst vor der Wahrheit“

Hildmann selbst reagierte auf der Messengerplattform Telegram auf die Sperrung, wie Screenshots zeigen. „Die haben mein INSTA gelöscht! Fürchten wohl die Wahrheit“, so der 39-Jährige.

Was Hildmann als „die Wahrheit“ propagiert, sorgte in den letzten Wochen vermehrt für Kopfschütteln. Der Koch hatte immer wieder behauptet, dass es sich bei dem Corona-Lockdown um keine gesundheitliche Maßnahme, sondern einen Vorwand der Regierung(en) handle, die Rechte der Bürger zu beschneiden. Hildmanns Argumente-Kosmos war ein bunter Querschnitt aus dem postfaktischen Reich der Verschwörungstheoretiker. Vom neuen „Oberschurken der Rechten“, Bill Gates – der die Welt chippen möchte – über die Geheimpläne der Weltregierung bezüglich Geburtenkontrolle bis zur Impfdiktatur fanden sich allerlei abenteuerliche Anschuldigungen und Theorien wieder.

Aufruf zu Demonstrationen

Aus diesem Anlass hatte Hildmann auch mehrmals zu Demonstrationen in Berlin aufgerufen, zu denen er auch selbst erschienen war. Zuletzt sprach er am 16. Mai vor dem Reichstag zu  rund 50 Anhängern. Vor Ort waren rund 1000 Beamte, es soll zu 200 vorläufigen Festnahmen und Identitätsfeststellungen gekommen sein – und einem Zusammentreffen mit dem Komiker Oliver Pocher.

Solidarität mit Xavier Naidoo

Weil Verschwörungstheoretiker zusammenhalten, zeigte Hildmann vor kurzem auch seine Solidarität mit Xavier Naidoo. Der Soulsänger verstörte in den letzten Jahren immer wieder Teile seiner Anhängerschaft mit faktisch widerlegbaren Welterklärungen, die ihm natürlich viel Applaus von Ultrarechten einbrachten. Hildmann sieht das anders. „Eine Stunde mit Xavier telefoniert (das erste Mal überhaupt!): größter Ehrenmann! Wir beide sind bereit für diese Sache Kopfschüsse zu kassieren! Es steht zu viel auf dem Spiel!“, beschrieb er die Kontaktaufnahme damals begeistert.


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