Beatsteaks auf dem Lollapalooza: Und dann spielen sie das schönste Lied der Welt

Es ist ein Klischee, klar, aber das ist es auch nur, weil es so häufig stimmt, und es stimmt auch hier: Früher haben sie bessere Lieder geschrieben. Die ersten Stücke, die die Beatsteaks spielen, sind neu, und sie sind nicht gerade stark. Die Band ist zwar gleich mit den ersten Noten auf Betriebstemperatur, beim Publikum braucht es ein wenig. Arnim Teutoburg-Weiß kam doch immer irgendwie vom Soul––so wie Julian Casablancas, und die Strokes sind überhaupt ein guter Referenzpunkt – und man fragt sich, was nun diese 08/15-Pop-Punk-Schmarrn-Melodien sollen.

Egal. Die neuen Sachen sind schnell pflichtbewusst abgehakt, und dann kommen die Hits, und von denen haben sie wirklich viele, und die sind gewitzt und clever und einfallsreich. Es klingt vielleicht wie ein back-handed compliment, aber: Bessere Rockmusik wurde doch in Deutschland nie gemacht. Das fantastische Gitarrensolo in “Hand in Hand” zum Beispiel. Und live funktioniert das alles natürlich ganz fantastisch.

Beatsteaks

Teutoburg-Weiß ist so charismatisch wie immer. Er trägt einen schwarz-weißen Trainingsanzug––seine Kollegen tragen entweder schwarz oder weiß––und lächelt ein den goldenen Eckzahn entblößendes Lächeln. Er sagt, dass er, als er zehn war, im Fernsehen eine Band gesehen hat, und sofort wusste: Der Sänger ist der King. Er stimmt an: “I want to break free”. Freddie Mercury. Alle singen mit.

Kooperation

Die Beatsteaks, die Berliner, haben Heimspiel. Aber sie haben immer Heimspiel. Die Leute sollen so laut mitsingen, dass man “uns jetzt bis zum verdammten Fernsehturm” hört. Sie spielen die Ick-kenn-dir-ja-nüsch-Hymne “Hey Du”. Teutoburg-Weiß hat es als “das schönste Lied auf der Welt” angekündigt und heute Abend hat er Recht. Am Ende wird er melancholisch. Er erzählt, dass seine Tochter früher am Tag eingeschult wurde. Ein anderer Weggefährte sei gerade Vater geworden. “Uns gibt es schon so lange”, sagt er, “und ihr schaut immer noch zu”.

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Britta Pedersen picture alliance / Britta Pedersen/dpa

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