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Beendet Disney die „Simpsons“, um noch mehr Geld damit zu verdienen?

Offiziell ist die Zukunft der „Simpsons“ für die nächsten Jahre geklärt. Die langlebigste amerikanische Fernsehreihe wird nach der 30. Staffel auch noch mit zwei weiteren Seasons Fans erfreuen (und manche Anhänger der ersten Stunde verärgern). Doch darüber hinaus ist zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts klar.

Fakt ist, dass die „Simpsons“ zum TV-Bestand von 20th Century Fox gehören, der von Disney einverleibt wird. Möglicherweise entscheidet sich der Micky-Maus-Konzern ausgerechnet aus finanziellen Gründen für die Absetzung der wohl bedeutendsten Zeichentrickserie aller Zeiten.

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Klingt zunächst irrsinnig, wenn man nur an die Omnipräsenz der Serie im Fernsehen und an das umfassende Merchandising in den Läden denkt. Doch wie „Variety“ vorrechnete, macht das Fernsehbaby von Matt Groening seit vielen Jahren Produktionsverluste. Die Ansprüche des Publikums an ein ästhetisch ausgefeiltes Produkt, das auch mit animierten Kinofilmen mithalten kann, fordern ihren Tribut. Gespart werden kann in diesem Punkt also wenig. Auch die Gagen der Synchronsprecher – fast alle bekannten Namen von Dan Castellaneta bis hin zu Yeardley Smith dürften mit der Serie Millionäre geworden sein – schlagen deutlich zu Buche.

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„Die Simpsons“: Lizenz- und Merchandising-Geschäft brummt

Bisher war das alles kein Problem, so das Fachblatt. Die Fox Broadcasting Company (FBC), die für die Produktion verantwortlich ist, hat die Verluste stets durch Lizenzabkommen und Merchandising-Verkäufe abgefedert und so ordentliche Gewinne eingefahren. 2013 zahlte der (hausinterne) Sender FXX 750 Millionen US-Dollar für die Ausstrahlung der „Simpsons“.

 

All das ändert sich jedoch mit der bevorstehenden Disney-Übernahme. Die „Simpsons“ sind mit sehr komplizierten Lizenzverträgen ausgestattet, die nun schrittweise aufgeweicht und verändert werden müssen, schreibt „Variety“ weiter. Konkret heißt es, dass FOX die Serie nicht nach Belieben nutzen kann, weil die Rechtelage es einfach nicht zulässt. Bei der Fortentwicklung sprechen viele Verantwortliche mit.

Das bald zersplitterte Mutterschiff 20th Century Fox wird keine Bilanzen von FBC mehr verrechnen können, so dass Verluste nicht mehr aufgefangen werden. Das Risiko liegt nun theoretisch fast komplett bei dem vergleichsweise kleinen Unternehmen. Die meisten Deals der letzten Jahre waren exklusiv und abhängig von der Annahme, dass Fox weiterhin neue Episoden senden würde.

Disney könnte auf Alleingang setzen – mit Themenpark und Spin-Offs

Nun kommt Disney ins Spiel. Bisher ist unklar, wie der Mediengigant mit den „Simpsons“ umgehen wird. Für den Konzern ist die Serie im Vergleich zu anderen Produkten wie „Star Wars“ oder den Marvel-Filmen nur ein kleiner Fisch. Theoretisch könnte Disney einfach abwarten und Fox Miese machen lassen, so dass diese keine weiteren Episoden produzieren könnten. Dann wäre die Tür offen für neue Verträge. Für Disney könnte das ein großer Vorteil sein, denn man will in diesem Jahr mit dem neuen Streaming-Angebot „DisneyPlus“ zum Angriff gegen Netflix, Amazon und Co. blasen. Dazu gehören zahlreiche Exklusivinhalte. Und womöglich eben bald auch die „Simpsons“.

Ob damit auch neue Episoden verbunden sind oder nur der beträchtliche Schatz von bald 700 Episoden Satire eine neue Heimat findet, steht aber noch in den Sternen. Es könnte durchaus für Disney attraktiv sein, die Gelben (vorerst) in den Ruhestand zu befördern – um dann anderweitig Kasse zu machen. Ein Szenario für ein Ende gibt es ja bereits.

Neue Merchandising-Abkommen, ein eigener Themenpark in Disneyland und möglicherweise sogar Spin-Offs könnten die Folge sein. Oder aber es werden weitere Third-Party-Geschäfte vereinbart, um kurzfristig ein gutes Geschäft ohne Risiko zu machen. Schließlich ist die Beliebtheit der gezeichneten Sitcom ungebrochen, die Einschaltquoten nach wie vor zufriedenstellend.

Bisher ist noch kein Urteil über das vielleicht einzige „komplett postmoderne Kunstwerk“ (Diedrich Diedrichsen) gesprochen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es für die „Simpsons“ bald anders weiter geht als bisher, ist sehr hoch.

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Arcade Fire liefern neuen Song für „Dumbo“-Remake

Die Neufassung von „Dumbo“ dürfte vielleicht die spannendste der zahlreichen Realverfilmungen großer Disney-Klassiker sein, mit der der Micky-Maus-Konzern zur Zeit Kasse macht. Das liegt daran, dass es sich um einen originären Stoff ohne Vorlage handelte, der zugleich einer ganzen Künstlergeneration wegen seiner melancholischen Tiefe sehr viel bedeutet(e). Wohl auch deswegen stürzte sich Regisseur Tim Burton mit großer Leidenschaft auf den Stoff, bezeichnete er ihn doch mehrfach als einen seiner Lieblingsfilme. Der Soundtrack des Remakes bekommt dabei eine ganz besondere Note: Arcade Fire haben eine neue Version von „Baby Mine“ aufgenommen. Das Herz-Schmerz-Lied, geschrieben von Frank Churchill und Ned Washington, 1941…
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