„Songs In The Key Of Springfield“: Der geniale Soundtrack der „Simpsons“


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„Singing Is The Lowest Form Of Communication!“ Das schlussfolgerte Homer Simpson mit großem Ernst in „All Singing And Dancing“, einer Episode der „Simpsons“, die vielleicht nicht zu den stärksten der bald langlebigsten und kulturell ganz sicher schon jetzt relevantesten TV-Reihe aller Zeiten gehört, aber mit ironischer Präzision auf den Punkt bringt, wie die Gelben eben mit all den Sujets umgehen, die sie unerbittlich parodisieren und zugleich leidenschaftlich feiern.

Der Titel verrät es schon: Es handelte sich um eine Folge, die selbst wie ein Musical funktioniert. Ein ganz und gar unnötiges Unterfangen, denn Elemente des Musicals spielen seit jeher eine große Rolle in der Serie aus der Feder von Matt Groening – genauso wie eine stets metanarrativ eingesetzte Verwendung von Popstandards und von großer Lust am postmodernen Spiel selbstgeschriebene silly songs.

Das „Simpsons“-Theme kennt jedes Kind

Danny Elfmans Titelmelodie, von der noch heute alle Beteiligten behaupten, dass sie sofort kongenial den humoristischen Stil der „Simpsons“ traf und nach erstmaligem Hören keiner Bearbeitung mehr bedurfte, ist natürlich eine Paradebeispiel dafür, wie mit nur wenigen Tönen ein ganzes Bild- und Gedankenuniversum angetrieben und schillernd-suggestiv illustriert werden kann. Wie wandlungsfähig diese orchestrale Matrize eingesetzt werden konnte, demonstrierten die Serienmacher mit unzähligen Variationen, die im Abspann abgespielt wurden. Da gibt es die „Sonic Youth“-Salve, die „It’s A Mad, Mad World“-Hommage, die „JFK“-Veralberung und selbst eine Renaissancemusik-Variante.

Doch mit solchen Juxereien wollten sich die Produzenten Matt Groening, Sam Simon und James L. Brooks nicht zufrieden geben. Diese Zeichentrickserie, die funktioniert wie keine andere, die ein einfach nicht tot zu kriegendes Phänomen der 90er-Jahre ist und im Grunde selbst zum Fernsehen im Fernsehen geworden ist, ließ auf der Tonebene alles hinter sich, was sich von „Felix The Cat“ über „The Flinstones“ bis hin zu den „Looney Tunes“ als Möglichkeitsraum zuvor in dem Genre eröffnet hatte.



„The Simpsons“: Keine weißen Sprecher mehr für nicht-weiße Figuren

Die anhaltenden Proteste gegen Rassismus in den USA haben nach zahlreichen Lippenbekenntnissen und manchmal etwas hilflos anmutenden Rückrufaktionen im Showbusiness nun auch Folgen für die langlebigste TV-Zeichentrickserie des US-Fernsehens – die „Simpsons“. So teilten die Macher der animierten Sitcom, die seit Ende der 80er pausenlos auf dem Bildschirm zu sehen ist, mit, dass in Zukunft keine weißen Synchronsprecher mehr für die Vertonung von nicht-weißen Figuren eingesetzt werden. Konkret betrifft das die Charaktere Apu Nahasapeemapetilon und Dr. Hibbert, die seit der ersten bzw. zweiten Staffel der „Simpsons“ dabei sind, wie die Fox Studios mitteilten. Was darf Satire? Bereits Anfang des Jahres…
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