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Highlight: Die besten Sänger aller Zeiten: Bob Dylan – Essay von U2-Sänger Bono

Bob Dylan: 20 Jahre „Time Out Of Mind“

Dieses Album kam komplett unvermittelt. Mitten in eine Zeit, in der man es längst gewohnt war, ein neues Pop-Album immer nur im Kontext anderer Alben zu hören. Da hagelte es Referenzen in den Plattenbesprechungen, da wurde nach cleveren Verweisen gesucht, eingeordnet, abgelegt Doch diese Platte stand allein. Monolithisch.

„Time Out Of Mind“ riss ein Loch in die Zeit. Durch dieses sah man das „alte unheimliche Amerika“, das Greil Marcus einige Monate zuvor in seinem Buch „Invisible Republic“ über die „Basement“-Aufhahmen von Bob Dylan und den späteren The Band heraufbeschwor und das sich nach Marcus in Harry Smiths „Anthology Of American Folk Music“ manifestierte. Von der spielerischen Leichtigkeit der 1967er Session im Keller eines hässlichen pinkfarbenen Hauses in den Bergen um Woodstock war auf „Time Out Of Mind“ allerdings nichts zu spüren. Dort herrschte tiefste Dunkelheit, es regnete unaufhörlich. Wie in Ridley Scotts „Blade Runner“. Endzeitstimmung.

„It’s mighty funny/ The end of time has just begun.“ Bob Dylan verstand die Welt nicht mehr. Die Menschen waten ihm fremd geworden. Was blieb, war der Ekel. Ein Replikant?

Bezeichnend, wie der misogyne, mürrische Ich-Erzähler und eine Kellnerin im stoischen, fast 17-minütigen „Highlands“ umeinander kreisen und sich nicht näher kommen können, wie er schließlich das Lokal verlässt und feststellt: „Nobody is going anywhere.“

Die Kette der Alltäglichkeiten war zerrissen, Dylans Herz suchte in diesen Songs das Glied, das sie wieder zusammenfügen konnte. Er besann sich auf alte Bluesklischees und stöberte in ihnen nach Wahrheit und Schönheit. Der Einbruch der Metaphysik in die längst sinnentleerte Postmoderne – ausgerechnet durch den Meister des Verldausulierens und Verweises himself. Die Ironiker der Literaturkritik konnten zu Hause bleiben. Regenpause. „I’m strummin‘ on my gay guitar/ Smokin‘ a cheap cigar.“

Seine Exzellenz, der Songpoet

Hatte man die beiden Vorgänger-Alben „Good As I Been To You“ von 1992 und „World Gone Wrong“ von 1993, auf denen Dylan alte Blues- und Folksongs coverte, zunächst noch als schöne, vor allem aber skurrile Äußerungen eines wunderlich gewordenen alten Mannes gesehen, bekamen sie nun den Stellenwert kostbarer archäologischer Funde mit prophetischer Bedeutung. Vor allem die sonderlichen liner notes zu „World Gone Wrong“ deuteten die lyrische Grundstimmung von „Time Out Of Mind“ schon an, und auch musikalisch folgte das Album den bereits ausgelegten Spuren.



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