#CancelSpotify: Offener Brief Neil Youngs führt zu Debatte über Redefreiheit


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Ein offener Brief Neil Youngs hat zu dem Twitter-Trend #CancelSpotify geführt und eine Diskussion über Redefreiheit auf Streaming-Plattformen eröffnet.

In dem offenen Brief  bemängelte Neil Young, dass Spotify die Verbreitung von Fehlinformationen über die Corona-Impfung ermögliche – besonders durch Podcasts wie Joe Rogans „Joe Rogan Experience“. Dieser hielt seine jungen Fans in der Vergangenheit dazu an, sich nicht impfen zu lassen.

So lange das ermöglicht wird, möchte Young nicht, dass seine Musik über Spotify gehört werden kann. „Ich habe mich zum Aufruf entschlossen, weil Spotify Fehlinformationen über Impfungen verbreitet – dadurch können Menschen, die an diese fehlerhaften Informationen glauben, potentiell ihr Leben lassen“, so der Sänger.

Anschließend bekam Young via Twitter mit dem Hashtag „CancelSpotify“ Unterstützung von seinen Fans und Musiker-Kolleg*innen. So schrieb der Songwriter David Crosby etwa: „Ich bin deshalb stolz auf ihn“.

Youngs Musik kann nicht mehr über Spotify gehört werden

Unterdessen wurde beinahe der gesamte Song-Katalog Youngs von Spotify entfernt. Der Streaming-Dienst ließ außerdem verlautbaren: „Wir haben detaillierte Inhaltsrichtlinien und seit Beginn der Pandemie über 20.000 Podcast-Episoden mit Bezug zu COVID-19 entfernt. Wir bedauern Neils Entscheidung, seine Musik von Spotify zu entfernen, hoffen aber, ihn bald wieder begrüßen zu dürfen“.

Wenig später twitterten Spotify-Konkurrenten ihre – natürlich auch nicht ganz uneigennützige –Solidarität mit Young:

Daraufhin bekam aber auch die Streaming-Plattform von einigen Seiten Unterstützung. So schrieb der Sänger David Draiman etwa: „Ich applaudiere Spotify dafür, Redefreiheit zu erhalten und nicht unter Druck nachzugeben. Ich unterstütze nicht alle Aussagen von Joe Rogan und seinen Gästen, aber sie sollten die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu äußern“.

Young steht zu seiner Entscheidung

Obwohl Young, wie er sagt, 60 Prozent seiner Streaming-Einnahmen über Spotify erhält, blieb er bislang standhaft. In einem weiteren Statement schrieb der Musiker: „Ich habe realisiert, dass ich Spotifys lebensbedrohliche Verbreitung von Fehlinformationen an die Musik-liebende Gemeinschaft nicht länger unterstützen kann. […] Dafür war ich bereit alles zu tun, was in meiner Macht steht, und noch mehr“.