Archiv-Stück: Charlie Watts über eine Zukunft der Rolling Stones – ohne ihn


von

Gibt es eine Zukunft der Rolling Stones ohne Charlie Watts? Am Dienstag verstarb der Schlagzeuger der dienstältesten Rock-Band der Welt, im Alter von 80 Jahren. Eine Todesursache wurde noch nicht bekannt gegeben.

Stones minus Watts – Charlie hatte dazu eine klare Haltung, die er in einem Interview mit den Kollegen des amerikanischen ROLLING STONE im Jahr 2005 auch kundtat. Sie könnten ohne ihn weitermachen. Aber es wäre einfach nicht dasselbe.

Das überwiegende Gespräch drehte sich um die Kehlkopfkrebs-Erkrankung, die er operativ behandeln ließ. David Fricke fragte den damals 64-Jährigen: „Kannst Du dir vorstellen, dass die Stones ohne Dich weitermachen?“. Watts antwortete, dass das durchaus möglich sei. „Ich denke, das würden sie, wenn sie es wollten. Falls ich nicht fit genug gewesen wäre die Tour zu absolvieren, dann wäre ein anderer eingesprungen – falls Mick und Keith das so würden haben wollen.“

Die vier zusammen – das erst sind die Stones

Die Rolling Stones haben einen Remix ihres kürzlich veröffentlichten Songs „Scarlet“ herausgebracht

Es gebe keinen Grund, auf einen Ersatz zu verzichten, wenn die Fans zahlen würden, um die Stones zu sehen. „Es gibt Typen in unter unserer Road-Crew, die das können, was ich kann. Die sehen mich jeden Abend beim Spielen.“

Das Größte jedoch, meinte Watts, war die Kombination der vier Rolling-Stones-Musiker. „DAS sind die Stones. Technisches Vermögen ist nur die eine Sache. Es ist wie bei The Who: Die hatten gute Drummer. Jetzt haben sie einen guten – Ringo Starrs Sohn Zak. Er ist großartig. Aber nicht Keith Moon. Das war eine Persönlichkeit. Dasselbe mit John Bonham mit Led Zeppelin – das war ein echter Sound, wie Donner. Und Cream ohne Ginger Baker wäre auch undenkbar gewesen.“

Kevin Mazur