Collien Fernandes: Morddrohungen – und klares Statement zu „Täter“ Ulmen
Wegen Morddrohungen kann Collien Fernandes möglicherweise nicht zur Hamburg-Demo – trotzdem meldet sie sich kämpferisch zu Wort. Jetzt lesen.
Collien Fernandes hat sich auf Instagram zu Wort gemeldet – zur morgigen Demo in Hamburg gegen digitale Gewalt gegen Frauen und zu den Vorwürfen diverser Portale, ihre Veröffentlichung der Anzeige gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen sei mit dem Bundesjustizministerium abgesprochen gewesen, um ein gemeinsames Timing zu ermöglichen.
Fernandes schreibt dazu:
„Ich habe am 21.11.24 Anzeige gegen Unbekannt bei der Berliner Polizei gestellt. Ich habe nachweislich Dokumente und Ermittlungsansätze per E-Mail an die ermittelnden Beamten weitergeleitet. Ich habe den Beamten im Zuge dessen auch meine private Handynummer und E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme zur Verfügung gestellt. Auf meine Nachfrage per E-Mail erhielt ich die Auskunft, dass der Fall nach Schleswig-Holstein weitergegeben wurde und ich kontaktiert werden würde. Danach habe ich nichts mehr gehört. Ich habe kein Schreiben erhalten und wurde auch nicht per Telefon oder E-Mail – was bis dahin der Kommunikationsweg gewesen war – kontaktiert. Ich habe erst durch die SPIEGEL-Recherche erfahren, dass die Anzeige nach Itzehoe übergeben und eingestellt wurde. UND NOCH WAS: Morgen um 17:30 Uhr findet in HAMBURG am RATHAUSMARKT eine Demo statt. Eigentlich plante ich dort hinzugehen und dort zu sprechen.“
Und weiter: „Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken aufgrund von Morddrohungen gegen mich. Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist – wenn man so mundtot gemacht wird? Und noch eine Frage: Was meint ihr denn, warum es bisher nur eidesstattliche Versicherungen von meiner Seite gibt, keine von Seiten des Täters? Hmm? Seid bitte LAUT für mich! MORGEN bei der Demo! Wir müssen ganz dringend LICHT in das DUNKELFELD bringen! Nur 5 % der psychischen und physischen Partnerschaftsgewalt wird angezeigt! Nur 2,4 % der digitalen Gewalt! DER GROSSTEIL: IM DUNKELN! IM VERBORGENEN! Warum? Weil es Mut braucht, sich zu äußern, kundzutun, dass der liebe nette Onkel/Opa/Vater vielleicht nicht nur der liebe nette Onkel/Opa/Vater ist!“
Die zentralen Punkte ihres Aufrufs
Fernandes‘ Aufruf umfasst mehrere Punkte: Mehrere Medien werfen ihr vor, bestimmte, von ihr als Beweise gegen Ulmen gewertete Inhalte trotz Aufforderung nicht an die Polizei übergeben zu haben – dazu bezieht sie nun Stellung.
Zudem deutet sie an, der Demo in Hamburg wegen der Morddrohungen möglicherweise fernzubleiben. Sie adressiert Christian Ulmen, ohne ihn beim Namen zu nennen, und verweist darauf, dass der „Täter“ im Gegensatz zu ihr keine eidesstattliche Versicherung vorgelegt habe, was gegen seine Glaubwürdigkeit spreche.
Das Instagram-Bild zeigt Fernandes mit einem Pflaster über dem Mund – mundtot machen lassen will sie sich dennoch nicht.