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Highlight: Michael Stipes erstes Interview nach der Trennung von R.E.M.

Peter Buck nennt den wahren Grund für die Trennung von R.E.M.

Als sich R.E.M. 2011 von einem Tag auf den anderen auflösten, waren viele Fans und auch Kollegen bestürzt, gelang es der Band doch seit ihrer Gründung im Jahr 1980 mit eigentlich jedem neuen Album die hohen Erwartungen, die an sie gerichtet waren, mehr als zu erfüllen.

Doch trotz aller Nachfragen wollten die Bandmitglieder keinen Hauptgrund nennen, warum nach „Collapse Into Now“ (2011) Schluss gemacht wurde. Peter Buck, der sich als einziger nach der Trennung nicht äußerte, hat nun in einem Interview mit der US-Ausgabe des ROLLING STONE bestätigt, dass das Ende der Gruppe eine einstimmige und geradezu notwendige Entscheidung war.

So gab der Gitarrist an, dass er von den Geschäftsgebaren der Musikindustrie letztendlich die Schnauze voll hatte. „Einfach alles außer das Schreiben, Aufnehmen und Spielen von Songs hat immer genervt“, so Buck. „All das Geld, die Politik, Menschen rund um die Uhr treffen müssen und nicht in der Lage sein, eigene Entscheidungen treffen zu können…Ich hasse das Business. Und ich möchte damit einfach nichts mehr zu tun haben.“

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Peter Buck brachte die endgültige Trennung ins Spiel

Für den Musiker gab es irgendwann einfach den Punkt, wo es natürlich schien, nicht mehr weiterzumachen – auch um sich gegenseitig nichts vorwerfen zu können. Die Entscheidung fiel während der Aufnahmen für „Collapse Into Now“: „Wir haben da nicht irgendeine Ankündigung gemacht. Michael kam auf uns zu und sagte: ‚Ich denke, ihr werdet das verstehen, aber ich möchte mit all dem hier erst mal eine lange Zeit nichts zu tun haben.‘ Dann warf ich ein: ‚Und was wäre, wenn es einfach für immer so bleibt?‘ Michael schaute zu Mike und Mike sagte: ‚Das klingt richtig.‘ So wurde es letztlich entschieden.“

Wir wollten einfach nicht weiterhin 20 Jahre alte Songs spielen

Dabei hatten sich R.E.M. bis zu ihrer Auflösung noch einmal richtig ins Zeug gelegt, wie der 59-Jährige betonte. „Wir hatten das Gefühl, noch einmal eine große Platte abgeliefert zu haben. Ich bin sehr stolz auf die letzten beiden. ‚Accelerate‘ ist in meiner Top-5“, sagte Buck – wohl nicht ohne Stolz. „Aber irgendwann kamen wir einfach an den Punkt, wo es richtig war, dass jeder seiner Wege ging. Wir wollten einfach nicht weiterhin 20 Jahre alte Songs spielen. Da ist etwas, das man über uns drei wissen muss: Niemand wollte irgendwie im Rampenlicht stehen. Wir haben immer unser Ding gemacht, aber mit Talkshows oder Reality-TV oder Supergroups wollten wir nichts zu tun haben. ‚Collapse Into Now‘ war unser letztes Album mit einem Major Lable. Ich will nie wieder etwas mit einem solchen Label zu tun haben.“

Während Buck nach wie vor Musik macht (so brachte er zuletzt einige Solo-Sachen exklusiv auf Vinyl bei Mississippi Records, einem Independent Label, heraus), ist er stolz darauf, dass R.E.M. sich ihre Ideale bis zum Schluss bewahren konnten: „Ich bin sehr glücklich mit unserem Werk. Es gibt zwar einige Platten, die nicht so gut sind. Aber auch Bob Dylan hat einige schlechte Alben gemacht.“

 

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Was bedeutet eigentlich R.E.M.?

Es wurden schon eine Menge Bücher über R.E.M. geschrieben. Was sie bei schwankender Qualität eint, ist, dass sie fast allesamt wenig von den Ursprüngen der Band in der quecksilbrigen Musikszene Athens in den frühen Achtzigern zu erzählen haben. Das hat auch einen plausiblen Grund: Die meisten Biografien über Berry, Buck, Mills und Stipe stammen aus der Feder britischer Journalisten. Dieses Versäumnis will Robert Dean Lurie, bekannt geworden mit analytisch fundierten Reflexionen über David Bowie und Steve Kilbey, mit seinem auch persönlichen Blick auf die ersten Jahre von R.E.M. aus der Welt schaffen. Weil er die Region kennt, spürt er mit…
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