David Byrne performt „When We Are Singing“ bei „Colbert“

Der Musiker erklärte außerdem, warum er bei seinen Live-Auftritten Aufnahmen von der US-Einwanderungsbehörde ICE einsetzt.

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David Byrne war zu Gast in „The Late Show“ und performte seinen Song „When We Are Singing“ – außerdem sprach er mit Stephen Colbert über sein jüngstes Album „Who Is the Sky?“.

Der Talking-Heads-Frontmann stand dabei gemeinsam mit seiner Gruppe blau gekleideter Musikerinnen, Musiker und Tänzerinnen auf der Bühne. Die theatralische Performance lebte von einer aufwendigen Choreografie, die Byrne selbst anführte. „When We Are Singing“ stammt von „Who Is the Sky?“, das Byrne im September veröffentlicht hatte.

Warum er sich für diesen Song entschieden habe, erklärte er so: „Ich schreibe eigentlich ungern Songs über mein Handwerk, aber ich dachte: Wenn Menschen singen, sehen sie irgendwie komisch aus. Man kann nicht erkennen, ob sie in Ekstase sind. Der Mund steht einfach offen.“ Und er fügte hinzu: „Es ist immer dasselbe Gesicht.“

Farbe gegen graue Zeiten

Im Gespräch mit Colbert erläuterte Byrne außerdem, warum er seine Konzerte immer wieder neu erfindet und wie die Zusammenarbeit mit seinem aktuellen Tourensemble zustande kam. „Ich wusste, dass es bunt sein sollte“, sagte er. „Die letzte Tour war grau. Keine traurige Show, aber grau. Ich dachte: Nein, in den Zeiten, in denen wir leben, brauchen wir Farbe.“

Auf seiner Tour kombiniert Byrne Solowerk mit Talking-Heads-Songs, darunter „Psycho Killer“ und „Life During Wartime“. Colbert fragte ihn, ob diese Tracks im heutigen Kontext anders wirken.

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„‚Life During Wartime‘, ja“, antwortete Byrne. „Ich habe eine Lizenz für ICE-Aufnahmen erworben, die ganz am Ende des Songs gezeigt werden. Den ganzen Song über würde das einfach nur traurig und deprimierend wirken – deshalb kommt es erst ganz zum Schluss.“

Kein Talking-Heads-Comeback

Im vergangenen Jahr dämpfte Byrne erneut die Hoffnungen auf eine mögliche Talking-Heads-Reunion – und das, obwohl er sich mit seinen ehemaligen Bandkollegen Tina Weymouth, Chris Frantz und Jerry Harrison anlässlich der Wiederveröffentlichung von „Stop Making Sense“ bei mehreren Veranstaltungen zusammengefunden hatte. Gegenüber ROLLING STONE erklärte Byrne, er baue die alten Hits gerne in seine Setlist ein, wenn es sich stimmig anfühle.

„Ich kann kombinieren und anpassen, damit es zum Sound passt, den ich gerade mache, ohne die Integrität der älteren Songs komplett zu zerstören“, sagte er. „Aber ich bin mir auch bewusst, dass da eine echte Falle lauert. Wenn man zu viel altes Material spielt, wird man zum Legacy Act, der rauskommt und die alten Hits abfeiert. Man kassiert schnell ab – und hat sich damit sein eigenes Grab geschaufelt.“

Emily Zemler schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil