Die 100 besten Hardrock- und Metal-Alben: die komplette Liste

Die 100 besten Hardrock- und Metal-Alben: Mit Scorpions, Black Sabbath und Iron Maiden.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Das dritte Album von Rainbow ist nicht so spektakulär wie „Rising“ – dort ging es um einen magischen Moment, hier um die Konsolidierung des Errungenen. Blackmore schreibt famose Hardrock-Riffs und streut orientalische Melodien ein, Dio gibt den düsteren Zeremonienmeister. Obschon also durchsichtiger, ist „Long Live …“ nicht weniger fabelhaft.

58 Alice Cooper: "School‘s Out" (1972)

Mit dem Titelstück, das neben Pink Floyds „Another Brick In The Wall, Part 2“ zur ewigen Abi-Abschluss-Hymne werden sollte, gelang Cooper seine griffigste Nummer. Die übrigen Songs changieren im progressiveren Bereich zwischen Bernsteins Broadway, Vaudeville und Jazz. Weniger Hard- oder Glamrock, sondern Coming Of Age als cleveres Konzeptalbum zwischen Highschool und Horrorshow. Chapeau.

57 Megadeth: "Rust In Peace" (1990)

Fiese Riffs, nihilistische Texte: Die Musik von David Mustaine ist von Bitterkeit und bösem Zynismus durchzogen. Auf diesem Werk zeigt der ehemalige Metallica-Gitarrist – erstmals unterstützt von dem Gitarrenvirtuosen Marty Friedman –, was er kann. Wütender Thrash-Metal, technisch außerordentlich versiert und harmonisch wie strukturell komplex: Take this, James Hetfield! Die Rache eines Verstoßenen.

56 Sepultura: "Roots" (1996)

Die brasilianische Band besinnt sich auf ihre Herkunft, arbeitet mit einheimischen Percussionisten, integriert Folklore-Rhythmen und schlägt sich in die Büsche, um die Gesänge und Tribal-Drums der Xavante-Indianer aufzunehmen. Aber auch der ureigentliche Metal geht hier zurück zu den Wurzeln, zum Zwei-Riff-Hardcore. Textlich ein politischer Schulterschluss der Metalheads mit den Indigenas.

55 Skid Row: "Slave To The Grind" (1991)

Es war kein kleiner Schock, als Skid Row zwei Jahre nach ihrem Hit-Debüt mit diesem Album um die Ecke kamen: Statt schickem Hardrock hauten einem Rachel Bolan, Dave Sabo und Sebastian Bach jetzt richtigen Metal um die Ohren, brutal und böse. Der Posterboy wurde zum Tier, die Band gewann Respekt – nur das „Monkey Business“ dankte ihnen den Imagewechsel auf Dauer nicht.

54 Aerosmith: "Rocks" (1976)

Nie kamen die „Toxic Twins“ Tyler/Perry näher an die anvisierte Augenhöhe zu den „Glimmer Twins“ Jagger/Richards als auf ihrem vierten Album. Zwischen Koks-Brocken und ungeschliffenem Diamanten tummelten sich Blues und Funk gleich neben Sex, Drugs und Rock’n’Roll-Poesie. Dass Slash diese Platte für sich als essenzielle musikalische Initialzündung proklamiert, sagt eigentlich alles.

53 Queens Of The Stone Age: "Songs For The Deaf" (2002)

Ein Konzeptalbum im Jahre 2002? Josh Homme macht’s möglich – so, dass es gar nicht mühsam klingt. Von L.A. fährt man in die Wüste, „God Is In The Radio“, und der vielschichtige Rock haut einen um. Mit Nick Oliveri, Mark Lanegan und Dave Grohl traut sich Homme noch mehr als auf „Rated R“, nur Taube können diesen wilden Ritt langweilig finden.

52 Motörhead: "Overkill" (1979)

Mit ihrem zweiten Werk fanden Motörhead zu ihrem Sound und galten fortan als lauteste und dreckigste Band Englands. Im Rückblick sind die Lieder kaum noch skandalös, weil seither so viele andere Tabus gebrochen wurden und Motörhead ja nach klassischer Rock-, Blues- und Boogie-Manier komponierten. Aber der verzerrte Bass, der grollende Gesang und die spuckende Härte inspirierten so viele Bands.

51 Metallica: "Kill ‘Em All" (1983)

„Bang that head that doesn’t bang“, steht auf dem Backcover, und den recht unvorteilhaft porträtierten Gestalten traut man das zu. Mit seiner Mischung aus grobklotziger Brachialität und spieltechnischer Feinmotorik, seiner Kombination von enormer Masse und schon fast leichthändiger Verve markierte das Album eine musikhistorische Gelenkstelle: die Begründung des Thrash aus dem Geiste der NWOBHM.

50 Deep Purple: "Made In Japan" (1972)

Das klassische Livealbum der Mk-II-Besetzung mit wundervollen Versionen von u. a. „Child In Time“, „Highway Star“ und „Space Truckin’“. In oft ellenlangen Improvisationen kommt die tolle stilistische Spannung in der Band zum Ausdruck – die harten Gniedelkreischer haben einen tollen Swing, die entspannten Boogie-Swinger immer noch Biss. Dazu addiert sich eine immense Spielfreude: großes Kunsthandwerk.