Die 100 besten Hardrock- und Metal-Alben: die komplette Liste

Die 100 besten Hardrock- und Metal-Alben: Mit Scorpions, Black Sabbath und Iron Maiden.

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28 Van Halen: "1984" (1984)

Eddies Synth-Eskapaden verwirrten zunächst die Fans, waren aber nötig nach dem kreativen Einbruch von „Diver Down“. „1984“ klang so frisch, als hätten sie sich ein Stück ihrer alten Naivität zurückerobert. Da waren sie wieder, die melodischen Sonnenscheinchen mit der Zunge in der Backe. Eine grandiose Mischkalkulation: „Jump“ führte die Charts an, und der Speedpicker „Hot For Teacher“ befriedete die Metalheads.

27 Led Zeppelin: "Physical Graffiti" (1975)

Nach einer längeren Pause kehrten Led Zeppelin 1975 mit einem neugierigen, von stilistischen Erkundungen geprägten Doppelalbum zurück. „Physical Graffiti“ hat im Gegensatz zu den vorangegangenen Led-Zep-Werken etwas fast Skizzenhaftes, magisch Unkonkretes – und erweitert das Œuvre der Band mit „The Rover“ und natürlich „Kashmir“ trotzdem um einige unsterbliche Songs.

26 Black Sabbath: "Heaven And Hell" (1980)

Nach dem Rausschmiss von Ozzy schien die Band auseinanderzubrechen. Aber mit Ronnie James Dio ging es doch weiter. Ganz anders. Dios Stimmraspel schliff sich Iommis Riffs zurecht, wie es ihm gefiel. Aus frühem Metal wurde später Hardrock. Plötzlich klang die Band wie Rainbow auf Downer. Doch die Handvoll All-Time-Hymnen, neben dem Titelsong vor allem „Neon Nights“, gab ihm recht.

25 Queens Of The Stone Age: "Rated R" (2000)

Mit dem zweiten Album seiner Queens schwamm sich der geniale Eigenbrötler Josh Homme endgültig vom Kyuss-Erbe frei. Dies hier war so viel mehr als Stoner-Rock! Homme gelang eine faszinierende Melange aus harten Riffs, heftigen Melodien und irren Texten, nicht nur bei der Drogenaufzählung von „Feel Good Hit Of The Summer“. Moderner Hardrock geht also doch.

24 Judas Priest: "British Steel" (1980)

Allein schon wegen der rasanten Frusthymne „Breaking The Law“ ist dieser Platte ein Platz im Herzen nicht nur der Metal-Fans sicher. Zwar war „British Steel“, das auch den Hit „Living After Midnight“ und den Solidaritätsaufruf „United“ enthielt, bereits das sechste Studioalbum der Band aus Birmingham. Doch wie kaum eine andere Platte prägte sie das, was man bald die New Wave Of British Heavy Metal nennen würde.

23 System Of A Down: "Toxicity" (2001)

Das von Rick Rubin entdeckte Quartett um Serj Tankian warf so viele Stile in den Mixer – von Nu Metal, Prog, Hardcore bis zu armenischer Folklore – und gab sich auch textlich so avanciert, oszillierend zwischen Dada, Psychedelic und Agitprop, dass die einen Kunstkacke konstatierten, die anderen genialischen Alternative-Metal. Letztere überwogen bei Weitem.

22 Metallica: "Ride The Lightning" (1984)

Der Nachhilfeunterricht in den Tour-Pausen zeigte Wirkung. Songs wie die Doublebass-Orgie „Fight Fire With Fire“ stellen noch so leidlich einen Zusammenhang zum deutlich thrashigeren Debüt her, der aber von den symphonischen, melodieseligen Songs wie „Fade To Black“ geradezu negiert wird. Hier zeigt sich bereits der Januskopf der Band, der bei den Puristen später für so viel Verdruss sorgen wird.

21 Kiss: "Destroyer" (1976)

Alice-Cooper-Produzent Bob Ezrin verpasste der bisher grobkörnigen Comicwelt von Kiss Tiefenschärfe. Unter seiner Ägide arrangierten sie sich gar mit Kinder-Chor, Orchester und klassischer Harmonielehre. Neben ewigen Partystandards wie „Detroit Rock City“ oder „Shout It Out Loud“, reicht die pompöse Palette vom dämonischen Grollen „God Of Thunder“ bis zum sanften Balladen-Schnurren von „Beth“.

20 Motörhead: "No Sleep ‘Til Hammersmith" (1981)

Die klassische Motörhead-Besetzung bei einem Konzert im Hardrocktempel Hammersmith Odeon. Der ganze ungehobelte Dreck ist in diesen Aufnahmen, die Band prügelt mit einer grandiosen Energie und hat einen fabelhaften Trio-Sound. Die Songs – ein Rollgriff durch die Diskografie – erweisen sich beim Wiederhören zum Großteil als unverwüstliche Klassiker des Genres.

19 Machine Head: "Burn My Eyes" (1994)

Eins der Alben, die den Thrash mit voller Wucht in die 90er-Jahre hinüber retteten. Eine wichtige Gelenkstelle zwischen Slayer und Pantera. Nur die Amis haben es eine Weile nicht bemerkt, wohl auch weil das US-Radio die Band boykottierte. Grund waren Rob Flynns, nun ja, kontroverse Lyrics: Die Belagerung von Waco, die Rassenunruhen von L.A., rabiate Kirchenkritik – viel Stoff zum Anecken.