Die 100 besten Hardrock- und Metal-Alben: die komplette Liste
Die 100 besten Hardrock- und Metal-Alben: Mit Scorpions, Black Sabbath und Iron Maiden.

18 Led Zeppelin: "II" (1969)
In weniger als einem Jahr verzierten Led Zeppelin die Essenz ihres Debüts noch stärker mit Hardrock-Vignetten. So wird das Gitarrenriff wie in „Whole Lotta Love“ oder „Heartbreaker“ verstärkt zum Song-Epizentrum und die Lyrik deutlich expliziter („The Lemon Song“). Akustische Folk-Derivate („Ramble On“) sollten ebenso wie das ausgedehnte Drum-Solo („Moby Dick“) fortan zum Sujet-Kanon gehören.

17 Rainbow: "Rising" (1976)
Das zweite Rainbow-Album ist das beste: „Rising“ hat einen magisch dunklen Sound und eine Reihe großartiger Momente, die Dios dräuenden Fantasy-Mystizismus und Blackmores klassisch informierten Riffrock auf den Punkt brachten. Natürlich ist „Stargazer“ das beste Lied, ein episches Hardrock-Meisterwerk über einen bösen Zauberer, flimmernde Wüstenhitze und delirierende Sklaven. Unsterblich.

16 Pantera: "Vulgar Display Of Power" (1992)
Eins der einflussreichsten Metal-Alben der 90er-Jahre. Hier passt alles zusammen, der Titel, die Cover-Onomatopoesie und eben dieser ebenso vulgär-brachiale wie kontrollierte musikalische Ausbruch, der die schon bei „Cowboys From Hell“ gestiftete Liaison zwischen Thrash und Groove konsequent weiterführt. Noch härter, mit mehr Gebrüll. Trotzdem Nr. 44 der US-Charts.

15 Deep Purple: "Machine Head" (1972)
„Highway Star“ eröffnet das Album furios. Als erstes Speed-Metal-Stück wird es geführt – in der Version von Metal Church vielleicht! Noch essenzieller für die Erfindung des Genres ist der andere Überklassiker mit dem bekanntesten Riff der Rockgeschichte, „Smoke On The Water“. Dessen ursprüngliche Magie ist heute kaum noch gerecht zu beurteilen. Eins der Alben, die neue musikalische Koordinaten fixierten.

14 Van Halen: "Van Halen" (1978)
Die 1:43 Minuten von „Eruption“ sind auch im Jahr 2014 noch ein unerhörtes Stück Musik. Und nicht nur für Amateurgitarristen war die Welt nicht mehr dieselbe, nachdem einem Eddie van Halen 1978 dieses Gitarrensolo vor die Füße geknallt hatte. Und dann gibt es da noch Songs wie „Runnin’ With The Devil“ oder „Ain’t Talkin’ ’Bout Love“, die den Heavy-Sound der 80er-Jahre (mit-)erfunden haben.

13 Queensrÿche: "Operation Mindcrime" (1988)
Mit diesem ambitionierten Konzeptalbum über einen Aktivisten, der durch eine Gehirnwäsche zum Attentäter wird, führten Queensrÿche ihre musikalische Cleverness auf den Höhepunkt. Die souverän entworfene Musik vermischt Metal mit Prog-Elementen und der für Meistersänger Geoff Tate typischen Popsensibilität. Höhepunkt ist das dramatische „Suite Sister Mary“.

12 Thin Lizzy: "Live And Dangerous" (1978)
Laut Produzent Tony Visconti wurde im Studio enorm nachgearbeitet, insofern kein wirkliches Livealbum, aber egal: Klassiker wie „Emerald“, „Jailbreak“ und „Southbound“ gibt es hier in ausgehärteten, aufgerauten, getriebenen, eben in den letztgültigen Versionen. Allein die Ansagen sind zum Auswendiglernen, die Soli von Scott Gorham und Brian Robertson sowieso.

11 Motörhead: "Ace Of Spades" (1980)
Der Titelsong wurde zur ultimativen Halunkenhymne aller Rocker und Zocker. Auch der Rest des dreckigen Dutzends zieht als überdrehter Boogie und Blues im Westerngewand schneller als sein Schatten. Für eine Band, die nach ihrem Selbstverständnis Rock’n’Roll, nicht Heavy Metal spielt, machen Motörhead ihren Job raubeiniger und rasanter als alle anderen. Ein Album voller Amphetamin.

10 Metallica: "Metallica" (1991)
Unter Hardrock-Superproduzent Bob Rock pointierten Metallica ihr musikalisches Vermögen – Hetfields ultrascharf geschnittene Riffs und wütender Growl-Gesang, Ulrichs beschleunigtes Schlagzeugspiel. Hier fehlen die Thrash-Metal-Opern und Speed-Breitseiten, doch das Ergebnis ist nichts weniger als eine Heavy-Metal-Ikone – ähnlich wie später Nirvanas „Nevermind“ für den Grunge übersetzten Metallica ein ganzes Genre fürs Massenpublikum. Trotz einiger eher unauffälliger Lieder musste man vor so viel Brillanz den Hut ziehen: „Enter Sandman“ hat ein unsterbliches Riff, „Sad But True“ stampft mächtig wie ein Zyklop, „Nothing Else Matters“ machen Metallicas E-Moll-Balladen-Standard zum Großereignis. Bald darauf füllten sie Stadien. (Jörn Schlüter)

9 Dio: "Holy Diver" (1983)
Ronnie James Dio verließ Rainbow 1979, weil es ihm nicht passte, wie Ritchie Blackmore den Sound der Band vom Pagan-Metal zu „kommerzielleren“ Themen öffnete. Er ersetzte dann erst einmal den gefeuerten Ozzy Osbourne bei Black Sabbath. 1983 erschien mit „Holy Diver“ das erste von drei Alben unter dem Namen Dio – und gleichzeitig das beste des 2010 verstorbenen US-Sängers. Ungestört konnte er hier Tolkien- und Mittelalter-Motiven frönen, bis hin zum Schundroman-Artwork mit Maskottchen Murray. So etwas war damals in (siehe Iron Maiden), ebenso wie melodischer, mit Keyboards angereicherter Hardrock. Der dräuende Titelsong, das epische ‚Don’t Talk To Strangers“ und der Stadion-Stampfer „Rainbow In The Dark“ wurden zu Dios erfolgreichsten Songs. (Andreas Borcholte)