Die 50 besten Rockmemoiren aller Zeiten
Die 50 besten Rock-Memoiren: Schonungslose, witzige und bewegende Bücher von Dylan bis Patti Smith – Pflichtlektüre für Musikfans.
30. Brian Wilson: „I Am Brian Wilson“ (2016)

Die Geschichte der Beach Boys wurde schon oft erzählt. Der gequälte Teenager-Genie Brian Wilson, gefangen in einer Surfband mit seinen Brüdern und seinem Cousin, schuf mit seinen sehnsuchtsvollen Melodien einen Mythos in Südkalifornien.
Brian erzählt seine Geschichte in einem liebenswert sprunghaften Stil, springt in der Zeitachse hin und her und bemüht sich sehr, nette Dinge über Mike Love zu sagen. (Wenn Sie danach suchen, finden Sie in Mikes „Good Vibrations“ 436 Seiten davon.)
Selbst im hohen Alter ist er immer noch der schüchterne, ängstliche Junge, der „In My Room“ geschrieben hat. „Songs gibt es immer, aber ohne Menschen können sie nicht entstehen“, sagt er. „Man muss seine Arbeit machen und dabei helfen, dass Songs entstehen.“
29. Robbie Robertson: „Testimony“ (2016)

Als Gitarrist und Songwriter der „Band“ schrieb Robbie Robertson alte amerikanische Mythen nieder, während er selbst neue schrieb. „Testimony“ behandelt seine frühen Tage. Er ist gerade einmal 14 Jahre alt, als er von seinem Idol Buddy Holly privaten Gitarrenunterricht erhält.
Der kanadische Mohawk-Jude schließt sich der Band an, rockt mit Rockabilly-Legende Ronnie Hawkins die Juke Joints, flüchtet vor der Polizei, erobert mit Bob Dylan Europa und trifft sich mit Edie Sedgwick im Chelsea Hotel. „Testimony“ endet mit einer elegischen Note. Dem Abschiedskonzert der Band an Thanksgiving 1976, das in Martin Scorseses „The Last Waltz“ verewigt wurde.
28. Lemmy: „White Line Fever” (2002)

„Lachen trainiert alle Gesichtsmuskeln und verhindert das Altern. Ein strenger Blick verursacht schreckliche Falten.” Richtig. Lemmy gibt Ihnen Tipps, wie Sie Ihr jugendliches Aussehen bewahren können.
Unter anderem sagt er: „Kiffen fördert den Sinn für Humor ungemein. Aber nach einer Weile verliert man ihn komplett und kann nur noch über den Kosmos und so einen Mist reden, was wirklich langweilig ist.“ Langweilig ist ein Wort, das auf den Motorhead-Verrückten niemals zutrifft.
„White Line Fever“ fängt seine Lebenslust ein. Er übertrifft jedes andere Buch hier in Bezug auf die meisten Ausrufezeichen pro Seite – und seinen Metal-Spirit ohne Reue. Solange dieses Buch existiert, lebt Lemmy.
27. Neil Young: „Special Deluxe“ (2014)

Neil Young wollte das Buch ursprünglich „Cars and Dogs“ nennen, bis er anfing, an seinen Fähigkeiten als Hundeversteher zu zweifeln. Aber wie er sagt: „Ich habe mein ganzes Leben lang eine Liebesbeziehung zu Autos gehabt.“ Jedes Kapitel von „Special Deluxe“ ist eine Liebeserklärung an eines der Fahrzeuge, mit denen Neil mit seinen Gemälden die menschliche Autobahn entlanggefahren ist. Den 1948er Packard Woodie, den 1951er Willys Jeepster, die 1957er Corvette, der 1948er Buick Roadmaster Hearse.
Jedes Auto inspiriert Geschichten über die damit verbundenen Erinnerungen – seine Musik, Familie, Freunde, Drogen, Gitarren, Bands –, sodass „Special Deluxe“ weitaus aufschlussreicher (und unterhaltsamer) ist als seine vermeintliche Autobiografie „Waging Heavy Peace“.
Eine typische Neil-Wendung. Sein Buch über Autos ist persönlicher als sein Buch über sich selbst. Möge er noch lange fahren.
26. Henry Rollins: „Get in the Van: On the Road With Black Flag” (1994)

Hat Jack Kerouac jemals ein so großartiges Buch geschrieben? Mit einem Wort: nein. Dies ist das wahre amerikanische Abenteuer auf der Straße. Eine Bande von antisozialen Verrückten, die sich gegenseitig hassen, zusammengepfercht in einem Van, von Stadt zu Stadt ziehend, auf dem Boden schlafend, wenn sie Glück haben, von der Polizei verprügelt, wenn sie Pech haben, und das alles für ein paar Minuten glorreichen Lärms.
Black Flag waren Hardcore-Pioniere, die den Weg ebneten, den andere Bands seitdem beschritten haben. Rollins‘ Tourtagebücher sind die Essenz dieses „Pain is my girlfriend”-Punk-Geistes.