Neil Young zerreißt Donald Trump in neuem Kommentar: „Es ist ICE-kalt hier in Amerika“

Neil Young attackiert Donald Trump in einem neuen Kommentar scharf, kritisiert ICE-Einsätze, Spaltung der USA und ruft zu friedlichem Protest auf.

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Neil Young eröffnete das neue Jahr mit einer scharfen Abrechnung mit Donald Trump. In einem neuen Meinungsbeitrag auf seiner offiziellen Website, den Neil Young Archives, griff der Musiker den Präsidenten frontal an.

„Wacht auf, Leute!“, schreibt Young. „Heute sind die USA eine Katastrophe. Donald Trump zerstört Amerika Stück für Stück mit seinem Stab aus Möchtegernen, Menschen ohne Erfahrung oder Talent, versteckten alkoholkranken Frauenschlägern, unerfahrenen Anführern, die nur wissen, wie man lügt, um sich Trumps Falschheit gefällig zu machen und ihre unverdienten Posten in seiner unfähigen Regierung zu behalten – einem Kongress voller Republikaner, die sich wie gewissenlose Idioten benehmen.“

Und weiter: „Er hat uns gespalten. Wie konnten wir diese Widerlinge wählen, die keinen Anstand, keine Werte, kein Gewissen und keinen Weg haben, die USA zu retten?“

Reaktion auf tödlichen ICE-Einsatz

Der Kommentar erschien wenige Tage nachdem ein Demonstrant in Minneapolis von einem ICE-Beamten erschossen worden war, was landesweit Proteste auslöste. „Wir müssen Trump beim Wort nehmen“, schrieb Young. „Make America Great Again. Das wird nicht einfach, solange er versucht, unsere Städte in Schlachtfelder zu verwandeln, um Wahlen unter Kriegsrecht abzusagen und jeder Verantwortung zu entkommen … Etwas muss das ändern. Wir wissen, was zu tun ist. Erhebt euch. Friedlich, zu Millionen. Zu viele unschuldige Menschen sterben.“

Zum Schluss richtet Young scharfe Worte direkt an die Einwanderungsbehörde. „Es ist ICE-kalt hier in Amerika“, schrieb er. „Vor Trump gab es kein ICE. Keine Soldaten auf den Straßen vor Trump. Jeder Schritt, den er macht, dient dazu, Instabilität zu erzeugen, damit er an der Macht bleiben kann … Er weiß nichts über Liebe. Er weiß nicht, wer ihr seid. Nutzt eure Liebe zum Leben, eure Liebe zueinander, eure Liebe zu den Kindern – ihren und unseren. Friedlich. Jetzt.“ (Anmerkung: Es stimmt nicht wörtlich, dass es ICE vor Trump nicht gab. Die Behörde existierte, agierte jedoch nicht mit dieser Form aggressiver Einsätze gegen Migranten.)

Kein neues Kapitel im Konflikt

Es ist nicht das erste Mal, dass Neil Young Donald Trump angreift – obwohl der Präsident ein erklärter Fan seiner Musik ist. „Er hat etwas ganz Besonderes“, sagte Trump 2008 gegenüber ROLLING STONE, nachdem er bei mehreren Young-Konzerten gesichtet worden war. „Seine Stimme ist perfekt und unheimlich. Er ist 63, und ich glaube nicht, dass sie sich verändert hat. Sie ist wichtiger als sein Spiel, denn großartige Musiker gibt es viele – aber nur eine Stimme wie diese. Was auch immer dieses verdammte ‚Etwas‘ ist, er hat es.“

Bereits im vergangenen Sommer veröffentlichte Young den Song „Big Crime“, der sich direkt gegen Trump richtet. „Don’t need no fascist rules / Don’t want no fascist schools / Don’t want soldiers on our streets / There’s big crime in DC at the White House“, singt er darin. Der Protestsong wurde kürzlich von Yo La Tengo gecovert.

Archivarbeit und Tourpläne

In seinem neuen Schreiben erwähnt Young außerdem, dass er am vierten Band seiner Neil-Young-Archive-Boxsets arbeitet. Zudem habe er eine neue Version des Blue-Notes-Epos „Ordinary People“ ausgegraben sowie ein Konzert von Crazy Horse, das er als „nur rare Songs, die die Horse nie zuvor gespielt haben … unsere erste Live-Show nach dem Tod unseres lebenslangen Produzenten David Briggs“ beschreibt.

Das erste Konzert von Neil Young und Crazy Horse nach Briggs’ Tod im November 1995 fand am 13. März 1996 im Old Princeton Landing in Princeton-By-The-Sea, Kalifornien, statt. Es war der Auftakt einer Clubtour unter dem Namen The Echoes. Der Fokus lag auf Songs aus „Zuma“, außerdem enthielt das Set die erste Live-Aufführung von „Stupid Girl“. Ob Young genau dieses Konzert meint, ist jedoch unklar.

Neil Young and the Chrome Hearts starten am 19. Juni in Manchester eine Europatournee. Young teilte einem Fan jedoch kürzlich mit, dass zumindest einige Auftritte geplant seien. „Es wird ein paar Termine geben“, schrieb er. „Nicht viele.“

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil