Elvis Costello: „Oliver’s Army“ soll nicht mehr im Radio gespielt werden


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Elvis Costello hat bekannt gegeben, dass er „Oliver’s Army“ nicht mehr aufführen wird. Auch im Radio soll das Lied nicht mehr gespielt werden. Grund dafür ist der Liedtext – darin kommt das N-Wort vor.

„Oliver’s Army“ ist eines der bekanntesten Lieder Costellos und wurde ursprünglich auf dem Album „Armed Forces“ (1979) veröffentlicht. Inhaltlich geht es darin um den Nordirlandkonflikt. Das fragliche Wort wird dabei verwendet, um einen britischen Soldaten zu beschreiben: „Only takes one itchy trigger, one more widow, one less white n——“.

Costello sagte zu seiner Entscheidung in einem Interview mit dem „Telegraph“: „Wenn ich den Song heute schreiben würde, würde ich es mir wahrscheinlich zweimal überlegen. Mein Großvater wurde in der britischen Armee so genannt – das ist ein historischer Fakt – aber Leute reagieren auf das Wort, als ob eine Glocke läuten würde, und beschuldigen mich etwas getan zu haben, was nicht meine Absicht war“.

„Spielt das Lied einfach nicht!“

Auf seiner letzten Tour hat der Sänger eine zensierte Version von „Oliver’s Army“ gesungen. Das möchte Costello in Zukunft nicht mehr machen: „Während der letzten Tour habe ich einen neuen Vers über Zensur geschrieben, aber was hat das für einen Sinn? Ich habe mich dazu entschlossen, es nicht mehr zu singen“.

Auch Radios sollten keine zensierte Version des Songs spielen, meint der Musiker: „So wird es nur hervorgehoben. Spielt das Lied einfach nicht!“.

Auch bei anderer Gelegenheit sprach Costello über die kontroversen Lyircs: „Früher war das eine abwertende Bezeichnung für irische Katholiken, ich habe es verwendet um das auf den Punkt zu bringen. […] Heute würde ich die selbe Idee vielleicht anders ausdrücken. Ich habe versucht den Vers zu ändern, aber nach 44 Jahren habe ich keine Lust mehr ihn zu singen. Ich werde stattdessen ‚(What’s So Funny ‚Bout) Peace, Love and Understanding‘“ singen.

Unterdessen sprach Costello auch kürzlich in einem Interview mit ROLLING STONE über „The Boy Named If“, das Gitarrelernen und seine Liebe zu ABBA.