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Eminem im Video: „Ich bin homosexuell“

Aus dem ROLLING-STONE-Archiv 29. Dezember 2014

Ähnlich, wie „The Interview“ nicht einfach nur eine satirische Komödie ist, sondern – wenn auch unerwartet – sogar im Stande war, eine globale Debatte anzuzetteln, so ist auch dieses Coming-out von Eminem und seine Rolle im Film als schwuler Rapper nicht einfach nur ein Spaß oder eine Marketingkampagne für einen längst groß beworbenen Film -sondern ein weitaus besseres Statement als ein Coming-out per se.

Eminem rüttelt an den falsch verankerten Prinzipien einer homophoben Rapperszene, zu der er selbst gehörte, diese als solche auch mitprägte. Macklemore oder Frank Ocean machten es vor, Slim Shady alias Eminem scheint sich nun anzuschließen und die eigene Branche verändern zu wollen.

„Ich sage so viel ironischen Scheiß“

Im Video-Interview mit Schauspieler James Franco in „The Interview“erklärt Eminem: „Ich bin homosexuell. Es bedeutet, ich mag Männer. (…) Es schockiert mich eher, dass es bisher keinem aufgefallen ist.“ Weiterhin erklärt er Franco, seine homophoben Texten wären dazu da, die eigenen Ängste zu verarbeiten.

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In den letzten Jahren hatte sich Eminem öfter zu seinen homosexuellenfeindlichen Texten der Vergangenheit geäußert. Wie viele andere rappte er von „Faggots“ (dt.: Schwuchteln) bzw. generell das „schwul aussehen“ als eine Beleidigung für „echte“ Männer. Im ROLLING STONE-Interview verteidigte er seine Wortwahl noch als freiläufigen Slang, der damals kursierte und auf den man ironisch und erfolgssüchtig mit aufsprang. „Mann, ich sage so viel ironischen Scheiß. Ich mache mich über andere Leute lustig, über mich selbst. Aber das echte Ich sitzt jetzt hier und spricht mit dir und hat keine Probleme mit Homosexuellen, Heterosexuellen, Transsexuellen – nicht ein bisschen“, erklärte Marshall Mathers im November 2013.

Nun nimmt seine ironische Art soziale Botschaften zu übermitteln neue Züge an. Sie sind längst nicht mehr beleidigend oder herablassend. Sie zeigen zudem: Auch ein HipHopper ändert seinen Standpunkt und sollte nicht auf falschen Konventionen beharren.

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cc
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