Wolfram Weimer: „Kein ESC ohne Israel“

Streit um ESC-Teilnahme Israels: Weimer fordert Solidarität, mehrere Sender drohen mit Boykott, EBU entscheidet über Regeln.

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Am heutigen Donnerstag und morgen entscheidet die Europäische Rundfunkunion (EBU) darüber, ob Israel im nächsten Jahr am European Song Contest teilnehmen darf. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte dazu: „Sollte die EBU entscheiden, dass Israel nicht teilnehmen darf, sollte Deutschland auf eine Teilnahme verzichten.“ Zuvor hatte schon Friedrich Merz angedeutet, dass Deutschland bei einem Ausschluss Israels aus Solidarität an dem Wettbewerb nicht teilnehmen sollte.

„Den ESC ohne Israel darf es nicht geben“, sagte Weimer. „Es ist bestürzend zu sehen, dass Künstlerinnen und Künstler in Europa ausgegrenzt werden, allein weil sie Israelis sind, weil sie Juden sind. Dies widerspricht den europäischen Grundwerten und der Freiheit der Kunst zutiefst.“

Er hoffe auf Unterstützung von anderen europäischen Staaten.

Reaktionen anderer Länder

Indes haben die übertragenden Fernsehsender in Spanien, den Niederlanden, Slowenien und Irland einen Boykott angedroht für den Fall, dass Israel teilnehme. Sie begründeten ihren Protest mit dem israelischen Vorgehen in Gaza.

Die Rundfunkunion hatte vor zwei Wochen das Reglement geändert, nachdem Israel vorgeworfen wurde, strategisch Anrufer für die „Public Vote“ mobilisiert zu haben. Künftig werden die Stimmen pro Person, die per Anruf, SMS und online abgegeben werden können, von 20 auf 10 reduziert. Der israelische Beitrag von Yuval Raphael belegte in diesem Jahr Platz zwei; es gewann JJ aus Österreich.