Ex-Kiss-Gitarrist bietet neues Album für 2 Millionen Dollar an – oder Songs wie „Heavy Metal Poontang“ für je 200.000 Dollar
Vinnie Vincent, Ex-Gitarrist von Kiss, hat sein neues Album „Guitarmageddon“ fertiggestellt – und verlangt dafür satte 2 Millionen Dollar.
Vinnie Vincent, von 1982 bis 1984 Gitarrist bei Kiss und seit 30 Jahren ohne neues Musikmaterial, hat nach eigenen Angaben ein neues Album fertiggestellt: „Guitarmageddon“. „Es hat lange gedauert, bis es so weit war“, schrieb er auf der Website seiner Band, der Vinnie Vincent Invasion. „Ich bin sehr stolz auf dieses ganz besondere Album.“ So besonders, dass das Reinhören glatte 2 Millionen Dollar kostet.
Was bekommt man für ein paar Millionen? Offenbar die Möglichkeit, den Kaufpreis durch die Veröffentlichung des Albums wieder reinzuholen. „[Der Preis] umfasst 10 gemischte Songs im finalen Master-Format, sämtliche Master-Dateien des Artworks, zugehörige Poster sowie 10 separate Vinyl- und CD-Verpackungsdesigns für jeden einzelnen Song – für den Fall, dass der Käufer das Album als Einzelsong-Releases veröffentlichen möchte“, schreibt er. „Der Käufer kann das gesamte Album in jedem beliebigen Format veröffentlichen … Vinyl, CD oder eine andere Konfiguration, vollständig oder in Teilen, nach eigenem Ermessen.“
Der Haken: Vincent behält sich das Recht vor, Marketingpläne abzusegnen, und der Käufer erwirbt keinerlei Rechte an seinem Namen oder seinem Abbild. (Die stehen aber zum richtigen Preis ebenfalls zur Verfügung.)
Songs einzeln erhältlich
Wem das Gesamtpaket zu teuer ist, dem bietet Vincent die 10 Tracks anteilig an. Wer also nur „Heavy Metal Poontang“ oder „Cockteazer“ sein Eigen nennen will, zahlt dafür je 200.000 Dollar. „Alle oben genannten Bedingungen für das Album gelten auch für jeden einzelnen Song“, so Vincent.
Bezahlt wird per PayPal, alle Verkäufe sind endgültig. „Rechnen Sie mit bis zu vier Wochen Zollverzögerung bei der Lieferung“, heißt es auf der Website, und weiter: „Die Festplatte mit den zehn Masters wird innerhalb von zwei Wochen nach Abschluss des Kaufs verschickt.“ Die Nachfrage scheint enorm zu sein, denn der Shop auf Vincents Website vermeldet, es seien nur noch „wenige“ Exemplare von „Guitarmageddon“ übrig.
Letztes Jahr sorgte Vincent für Aufsehen, als er CD-Singles eines Songs namens „Ride the Serpent“ für 225 Dollar das Stück verkaufte. Als Fans über den Preis murrten, ging er in Facebook-Kommentaren auf sie los. „Wenn euch gefällt, was ich mache, dann unterstützt den Künstler“, sagte er. „Ihr meckert, weil es nur ein Song ist? Dieser eine Song ist mehr wert als die meisten ganzen Alben. Betrachtet euch als glücklich, dass er nur 200 Dollar kostet und obendrein signiert ist. Ursprünglich waren es 300 Dollar, aber wegen der schwachen Wirtschaftslage habe ich ihn auf 200 Dollar runtergesetzt. Wenn euch das nicht passt … Das ist euer Problem, nicht meins.“
Vincents lange Pause
„Ride the Serpent“ war Vincents erste neue Musik seit seiner EP „Euphoria“ aus dem Jahr 1996. Ungefähr zu dieser Zeit begann Vincent auch, „Guitarmageddon“ anzukündigen. „GUITARMAGEDDON ist Eskapismus auf Steroiden“, schrieb er an seine Fans. „Es läuft also auf Folgendes hinaus: Wenn die Fan-Unterstützung nicht da ist – und danach sieht es nicht aus –, wird dieses Album nicht veröffentlicht. Bin ich damit einverstanden? Absolut. Hundert Prozent. Es wird das größte Album aller Zeiten sein, das nie gehört, nie veröffentlicht wird.“
Der Musiker spielte ohne Nennung im Abspann Lead-Gitarre auf mehreren Tracks von Kiss‘ Album „Creatures of the Night“ aus dem Jahr 1982 und übernahm den Gitarrenpart offiziell für das Album „Lick It Up“ von 1983. Im Jahr darauf verließ er die Band und startete eine Solokarriere.
Vincents Preisschild von 2 Millionen Dollar entspricht exakt dem Betrag, den Martin Shkreli 2015 für das Wu-Tang-Clan-Album „Once Upon a Time in Shaolin“ zahlte – allerdings nur der Hälfte dessen, was eine Gruppe namens PleasrDAO 2021 für dasselbe Album hinblätterte. Ein wesentlicher Unterschied: Das Wu-Tang-Album durfte niemand kopieren oder verbreiten.
„Guitarmageddon“-Tracklist
- 1. „Invincible“
- 2. „Heavy Metal Poontang“
- 3. „Cockteazer“
- 4. „Rocks on Fire“
- 5. „Youngblood“
- 6. „Euphoria“
- 7. „Full Shredd“
- 8. „Get the Led Out“
- 9. „Wild Child“
- 10. „Ride the Serpent“