Düsseldorf setzt Rapper Farid Bang als Corona-Warner ein und löst heftige Kritik aus


von

Rapper Farid Bang ist, in den Worten von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), eine „ausgesprochen kontroverse Figur.“ Nichtsdestotrotz hat der Politiker nun ein Video des 34-Jährigen veröffentlichen lassen, indem der Musiker die Partyszene auffordert, sich an die Corona-Regeln zu halten.

„Benehmt euch, hört auf, Unfug zu machen“, so Bang in dem Video, das auch auf der offiziellen Facebookseite der Stadtverwaltung gepostet wurde.

Skandalrapper mit Vorbildfunktion?

Ein gemeinsames Video von Farid Bang und Thomas Geisel gibt es allerdings nicht. Der Düsseldorfer Rapper wurde in der Vergangenheit wegen sexistischer und antisemitischer Texte kritisiert. „Ich halte manches, was er gemacht hat, für widerwärtig“, sagt Geisel über den Musiker.

Bang soll angeblich seine früheren Lyrics bereut haben – nach Angaben der Stadt haben die beiden ein Vorgespräch geführt, in dem Geisel den Musiker mit den Antisemitismusvorwürfen konfrontiert haben soll.

2018 führte eine Liedzeile über Auschwitz von einem gemeinsamen Song Farid Bangs mit Kollegah zu einer bundesweiten Diskussion über Antisemitismus, die dazu führte, dass der Echo abgeschafft wurde. „Das war ein großer Fehler, für den ich mich schon mehrfach entschuldigt habe“, soll der 34-Jährige demnach gesagt haben. „Nichts liegt mir ferner, als die Erinnerung an die Holocaust-Opfer zu verhöhnen. Ich habe mit Antisemitismus überhaupt nichts zu tun.“

Nun hat der Politiker den Rapper mit ins Boot geholt, um eine Zielgruppe zu erreichen, an die andere Vertreter der Stadt nicht herankommen: Junge Leute, die nachts am Rheinufer die Corona-Regelungen nicht einhalten und den Anweisungen des Ordnungsdienstes nicht folgen.


An dieser Stelle findest du Inhalte von YouTube

Um mit Inhalten von YouTube zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
Socials aktivieren

Die Kritik an dem Auftritt Bangs folgte auf den Fuß! Die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte und ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) machte gegen den Musiker mobil. „Die Wahl des Rappers Farid Bang für ein öffentliches Projekt, das gerade beim Thema Coronavirus aufklären soll, ist schwer zu ertragen“, sagte sie der „Rheinischen Post“.

Laut Leutheusser-Schnarrenberger sei die Videoaktion ein Affront gegen alle, die sich für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzten. „Die Vorbildfunktion eines Musikers wie Farid Bang muss hinterfragt und diskutiert werden, wenn er Antisemitismus propagiert und zudem immer wieder auch mit gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten provoziert“, sagte die Politikerin. „Bei aller Wertschätzung der Freiheit der Künste: Für das, was Farid Bang vertritt, ist kein Platz im öffentlichen und demokratischen Leben in Nordrhein-Westfalen.“