Ulmen-Cancel: Jetzt fliegt vielleicht der „Tatort“ aus dem Programm

Nach Collien Fernandes' schweren Vorwürfen gegen Christian Ulmen prüft der MDR die geplante „Tatort“-Ausstrahlung. Auch Werbepartner reagieren. Alle Infos.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Die Dynamik im Fall Fernandes gegen Ulmen hält an. Nach der Anzeige der Moderatorin gegen ihren ehemaligen Partner geraten nun auch geplante TV-Ausstrahlungen in den Fokus.

Christian Ulmen war zwischen 2013 und 2021 als Kommissar Lessing im Weimarer „Tatort“ zu sehen. Elf Folgen entstanden in dieser Zeit. Eine davon, „Der scheidende Schupo“ (2017), ist laut MDR-Programm derzeit für den 15. April vorgesehen. Ob diese Planung Bestand hat, ist aktuell unklar.

Hintergrund ist ein Bericht des „Spiegel“, in dem Collien Fernandes schwere Vorwürfe erhebt. Sie spricht unter anderem von „virtueller Vergewaltigung“ und nennt weitere mögliche Straftatbestände, darunter Identitätsmissbrauch, Beleidigung, die Veröffentlichung sensibler Inhalte sowie Bedrohung.

Reaktionen aus Sender und Werbung

Der MDR bestätigte „t-online“ auf Anfrage eine interne Prüfung. Man befinde sich in der Abstimmung und werde sich zeitnah äußern. Damit bleibt offen, ob die geplante Ausstrahlung wie vorgesehen erfolgt.

Auch aus der Werbebranche kommen erste Reaktionen. Die Shop Apotheke teilte gegenüber RTL mit, laufende Kampagnen mit den betroffenen Personen vorerst auszusetzen. Zu persönlichen Hintergründen wolle man sich nicht äußern.

Laut „Spiegel“ hat Fernandes ihre Darstellung durch eine eidesstattliche Versicherung bekräftigt. Damit wären falsche Angaben strafbar. Ulmen selbst hat sich bislang nicht öffentlich geäußert. Auf Anfragen reagierte er nicht direkt; stattdessen wurden anwaltliche Schreiben übermittelt, in denen rechtliche Schritte im Zusammenhang mit der Berichterstattung in Aussicht gestellt werden.

Ein Gericht in Palma bestätigte gegenüber „t-online“ laufende Ermittlungen. Diese befinden sich derzeit in einem frühen Stadium. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.