Highlight: Oscars: Alle „Bester Film“-Gewinner von 1990 bis 2019 im Ranking

„Green Book“-Wikipedia-Seite aktualisiert: „Lying White Guilt Trash“

Der Film „Green Book“ von Peter Farrelly hat bei den diesjährigen Academy Awards in Los Angeles den Oscar für „Bester Film“ gewonnen. Das war zwar überraschend, aber nicht zwingend unverdient. Bei vielen löste die Auszeichnung jedoch Kritik aus, da der Film die damaligen Zustände der Rassentrennung vereinfachen würde. Unter den Kritikern ist auch die echte Familie von Doc Shirley, der Mann, den Darsteller Mahershala Ali in „Green Book“ porträtiert.

Auch Regisseur Spike Lee, der in seinem Film „BlacKkKlansman“ eine deutlich klarere Linie zum Thema Rassismus fährt, zeigte bei der 91. Preisverleihung seinen Ärger darüber – er wollte sogar den Saal verlassen.

Doch andere wählten noch deutlichere Mittel zum Ausdruck ihres Missfallens darüber. Kurz nach der Bekanntgabe für „Bester Film“ wurde die Wikipedia-Seite zu „Green Book“ aktualisiert. Der Titel wurde in „Lying White Guilt Trash“ geändert.

Dazu wurde vor Peter Farrellys Name das Wort „sexueller Belästiger“ geschrieben und die Begriffe „Serienlüger“ und „Islamophober“ vor den des Produzenten Nick Vallelonga. Der hatte 2015 einen Tweet gepostet, in dem er behauptete, dass nach dem 11. September die Muslime in Jersey City gejubelt hätten.

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Mittlerweile wurden die Eintragungen des Wikipedia-Artikels wieder gelöscht.


Zum Tod von Meisterregisseur Nicolas Roeg: Im Sog der Leidenschaften

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