Hat keiner mehr Lust auf Jahresrückblicke im TV?

Die Erinnerung an die Ereignisse des Jahres scheint – vor allem im Fernsehen – nicht mehr auf ähnliches Interesse zu treffen als noch vor einigen Jahren. In diesem Jahr mussten bereits zwei Dinosaurier eines solchen aufwändig produzierten Formats diese leidvolle Erfahrung machen.

Nachdem „Menschen, Bilder Emotionen“ mit Günter Jauch vor einigen Tagen nur von kümmerlichen 3,55 Millionen Zuschauern gesehen wurde (vor Jahren waren es noch fünf bis sechs Millionen Interessierte), ging nun auch am Donnerstag (20. Dezember) der von Markus Lanz moderierte ZDF-Klassiker „Menschen 2018“ baden.

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Immer weniger wollen Rückblick aufs Jahr sehen

Lediglich 2,31 Millionen Zuschauer ließen sich von dem Talkmaster überreden, über die politischen, gesellschaftlichen und popkulturellen Schicksalsschläge und Höhepunkte des Jahres informiert zu werden. Der Marktanteil lag bei kläglichen 13,6 Prozent. Zum Vergleich: Vor sieben Jahren waren noch mehr als sechs Millionen Zuschauer dabei.

Kooperation

Allerdings ließ der öffentlich-rechtliche Sender seinen Jahresrückblick auch erneut erst um 22:15 Uhr zeigen und nicht zur Prime Time um 20:15 Uhr – wie noch vor vier Jahren. Besorgniserregend ist allerdings vor allem das Desinteresse der jüngeren Zuschauer. „Menschen 2018“ wurde nur von 7,3 Prozent der 14-49-Jährigen wahrgenommen.

Das ließ sich die Probleme der Welt lieber mit satirischem Anstrich in der ARD erklären. Dort präsentierte Dieter Nuhr unter dem Titel „Nuhr 2018“ seinen persönlichen Jahresrückblick und versammelte so ab 22:45 Uhr 2,72 Millionen Zuschauer vor den Schirmen. 10,2 Prozent der 14- bis 49-Jährigen waren dabei. Für das Erste, notorisch im Kampf ums jüngere Publikum, ein immerhin sehr zufrieden stellender Wert.


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