„Ich hasse Kinder“: Till Lindemann gibt den Schockrocker in Tel Aviv


von

Erst bei der Militär-Gala in Moskau, dann als Lagerfeld-Darsteller mit Veggie-Burger auf dem Tisch. Rammstein-Sänger Till Lindemann ist kein Mann für den Stillstand. Zu Neujahr startete er seine Solo-Tour unter dem Motto „Ich hasse Kinder“ in der Cholon Toto Hall südlich von Tel Aviv. Ein wildes Spektakel in roter Lederkluft, mit expliziten Videos und gewohnt schrillen Texten. Trotz Beschränkungen durch die Omikron-Variante sind Konzerte in Israel möglich.

Lindemanns Solo-Crew musste sich bei ihrer Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen einem Corona-Test unterziehen. Drummer Sandy Beaches bekam ein positives Ergebnis. Mit dem israelischen Schlagzeuger Shaked Furman fand sich ein spontaner Ersatz.

So konnte das Fetisch-Spektakel in voller Besetzung steigen. Zugang zur 4000er-Halle gab es erst ab 16 und wenn man komplett geimpft oder PCR-getestet war. Die regionale Presse schreibt von heavy Gitarrensound, düsteren Chören und fordernden Texten in Deutsch und Englisch. Es geht um Pillen aller Art, Vorlieben für Frauen mit Knebeln im Mund, „Ladyboy“ handelt von Prostituierten in Thailand. Alles schwer shocking, doch auch in Israel kennt man sich aus mit Provo-Nummern wie „Golden Shower“ oder den Porno-Filmchen, die während „Platz Eins“ liefen. Am Ende stand die Halle Kopf. Ausgepowert vom German Krawall.

Mit der internationalen Bandbesetzung Acey Slade am Bass, Gitarre Jes Paige und Emily Ruvidich und Sandy Beaches alias Joe Letz geht es nun zur Nachfolge-Show nach Dubai, womöglich in einer etwas entschärften Version. Lindemanns Ausflug führt von Arabien nach Osteuropa. Beim kommenden Open Air in Wacken gehört er im Sommer zu den Headlinern. Doch vorher heißt es Mitte Mai: Antreten zur mehrfach verschoben Stadiontour von Rammstein!