Iggy Pops dritter Coachella-Auftritt: wieder ein Volltreffer

Der Punklegende und Festivalveteran lieferte Stooges-Klassiker und seine besten Solosongs – voller Energie und ohne Hemd.

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„Es ist nicht leicht, heute am Leben zu sein … Es ist nicht leicht, alt zu sein … es ist nicht leicht, jung zu sein“, sagte Iggy Pop auf der Mojave-Bühne beim Coachella am Sonntag. „Damals war es auch nicht leicht“, fügte er hinzu, bevor er in Iggy and the Stooges‘ „1970“ ausbrach – einen Track, der genauso klingt wie die Zeit, aus der er stammt.

Der Godfather of Punk wird am 21. April 79 Jahre alt, und obwohl er die Vergänglichkeit der Zeit ansprach, strahlte er auf der Bühne eine Energie aus, die seine mehr als sieben Jahrzehnte Lebenszeit glatt Lügen strafte. Er war ganz in seinem Element: ohne Hemd, die Bühne beherrschend, während er das Publikum im Mojave-Zelt durch ein Greatest-Hits-Set führte.

Das war wie gemacht für ein Publikum, das bereit war für seine „Raw Power“ – die er ebenfalls spielte – samt weiterer Stooges-Klassiker, darunter der Opener „T.V. Eye“, „Search and Destroy“ und der kollektive Schrei-Mitsing-Moment „I Wanna Be Your Dog“. Pop hüpfte neben seiner Band über die Bühne, zu der auch eine Bläsersektion und Yeah-Yeah-Yeahs-Gitarrist Nick Zinner gehörten.

Stooges und Soloklassiker

Das Set war zwar Stooges-lastig, doch er setzte auch den Doppelschlag aus „Passenger“ und einem furiosen „Lust for Life“ – beide vom 1977er Klassiker, seinem zweiten Soloalbum „Lust for Life“. „Zeigt euch alle mal“, rief er, während er das Publikum musterte, bevor er „Passenger“ anstimmte. „Ich kenne mich hier aus.“ Das stimmte, und es war unübersehbar, dass das Performen ihn nach wie vor antreibt: von seinem großartigen, raubeinigen Gesang bis hin zu seiner Körperlichkeit, mit der er die Bühne durchmaß.

Pop ist ein Coachella-Veteran: 2001 spielte er erstmals solo beim damals noch jungen Festival, in dessen zweiter Ausgabe. Und 2003 reunierten sich Pop und die Stooges zum ersten Mal seit 30 Jahren – als Abschluss des Coachella. Diese wilde Rückkehr gilt bis heute als einer der ikonischsten Momente der Festivalgeschichte. Sein Auftritt am Sonntag war ein weiterer, der in die Annalen eingeht.